Schauspielers Traum
Einmal Action-Held sein, einmal Revenge-Held sein, einmal Kinoheld sein, der ein traumatisches Kindheitserlebnis mit den Mitteln großen Kinos, Bollywood-Kinos, verarbeitet.
Manche Schauspieler können sich den Wunsch erfüllen, wenn sie nämlich berühmt und wohl auch nicht mehr arm, Weltstars sind. So einer ist Dev Patel. Der hat sich jetzt mit Paul Angunawela und John Collee seine Kinotraumrolle auf den Leib geschrieben und er hat auch die Regie übernommen.
Daraus ist dichtes Kino geworden, schnell, ja rasant geschnitten und viel Material mit aufgeregter Wackelkamera aufgenommen, speziell in den Kampfszenen.
Die Rachegeschichte siedelt in einem Fantasiestaat namens Yatana. Die Machteliten sind korrupt, haben eine Krone als Symbol; sie saugen das Volk aus. Die Mutter des Protagonisten ist eines ihrer Opfer. Monkey Man wird als Knabe Zeuge, wie sie getötet wird. So etwas sitzt tief, so etwas motiviert. Er kämpft sich durch als Boxer mit der Gesichtsmaske des Monkey-Man.
Ein Taschendiebstahl weist ihm den Weg in die Machtzentrale. Statt eines Dankes in Geldform will er im hotelänlichen Betrieb angeheuert werden. Er steigt schnell auf, das ist so ein hurtig hinskizzierter Strang vom Tellerwäscher immerhin zum Kellner in den innersten Zirkel der Macht, wo er bald zuschlagen kann. Geht schief, der Film ist noch zu kurz zu dem Zeitpunkt. Monkey Man flüchtet in einen Tempel zu einer Transperson, erholt sicht, trainiert und ist bereit für den finalen Countdown.
Es scheint, dass Dev Patel einen Bericht abgibt, was ihm an von ihm konsumierten Filmen so gefallen hat; denn die meisten Topoi kommen einem x-fach bekannt vor, auch wenn sie gut gemacht sind. Es dominiert der Eindruck narzisstischer Selbstdarstellung des Schauspielers über der doch sehr erfunden wirkenden Story, aber im Format großen, aufwändigen Kinos mit prima Gespür für Tempo und Timing. Patel selbst ist vom Typ her kein Actiondarsteller trotz seines Needs fürs Kino als Ort der Verteidigung von Gerechtigkeit.
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