Der Wunsch

Privatgeschichte –
Etwas unbedingt wollen
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was vielleicht nicht geht, auch wenn es theoretisch möglich sein sollte, könnte. Es geht um die Möglichkeit der Mutterschaft einer Frau.

Die Kinderlosigkeit von Ehepaaren ist nicht unbedingt ein zentrales gesellschaftliches Thema bei uns. Und noch ein kleineres Thema düften Ehepaare sein, die unbedingt ein Kind wollen, aber keines haben können auf dem natürlichen Fortpflanzungswege und es mit allerlei Methoden und Hilfsmitteln versuchen.

Im Zentrum dieser berührenden Langzeitdoku von 2013 bis 2023 von Judith Beuth steht Christiane, Krankenpflegerin von Beruf. Sie lebt mit der querschnittsgelähmten Maria zusammen. Und wenn ich die Texte richtig verstanden haben, dann ist die Filmemacherin praktisch eine Buddelkastenfreundin von Maria, die mit 17 bei einem Sprung ins Wasser so unglücklich auf den Boden stößt, dass sie von dem Moment an querschnittsgelähmt ist. Sie ist Grafikerin, Zeichnerin, Soloselbständige.

Die Dokumentaristin ist dabei, wie Christiane als Pflegerin in das Leben von Maria tritt. Sie ist zugegen, wie die Liebe zwischen den beiden Frauen erwacht und wie sie sich für ein gemeinsames Leben entscheiden. Sie ist anwesend, wie der Kinderwunsch aufkeimt und die Frauen diskutieren, wie ihn sich erfüllen.

Die Dokumentaristin begleitet das Paar, oft intim nah dran, auf der Odyssee, die dieser Wunsch auslöst. Denn in Deutschland geht das zu dem Zeitpunkt schon gar nicht. Es ist ein Weg von Kinderwunschklinik zur nächsten. Ein Weg voller kaum erträglicher immer erneuter Wartezeiten, bis ein geeigneter Tag da ist, bis sich herausstellt, ob eine Insemination erfolgreich war, bis die Schwangerschaft nachzuweisen ist.

Es ist ein Weg auch voller Enttäuschungen und es scheint, dass Christiane nach jedem erfolglosen Versuch nur noch inniger vom Kinderwunsch getragen wird. Aber die biologische Uhr tickt und auch Methoden, die es mit Eizellen von Maria versuchen, sind dünn gesät und riskant.

Angereichert wird dieses sehr persönliche dokumentarische Material, das sich vor allem auf die Entwicklung des Prozesses zwischen den beiden Frauen konzentriert, von Strichzeichnungen, die die Geschichte reflektieren und zum Verschnaufen sind immer wieder Bilder von Wasser, von einem See, von einem Fluss, auch in Super-8-Format, dazwischenmontiert; Übersprungsbilder.

Thematisch verwandte Filme: Two ,
Mutter Mutter Kind – Lets do this differently und My Zoe.

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