Südtirol liegt vor den Toren Hamburgs
und von dort startet Air Skyalps direkt nach Chile. Das charakterisiert vielleicht ganz treffend das Regiehand-, eigentlich müsste man eher von -fuhrwerk sprechen, von Mike Marzuk, der mit Korbinian Wandinger das Drehbuch nach der gleichnamigen Buchreihe „Die Chaosschwestern“ von Dagmar H. Mueller geschrieben hat.
Es wäre zu schade auf die Tiroler Filmförderung zu verzichten, bei so einem Projekt, das am Tropf von unzähligen Förderern hängt und den Kindern kann man das schon verbraten.
Überhaupt scheint Kinderkino bei Marzuk zu heißen, zusammenstöpseln, was geht, Hauptsache es tut sich ständig was auf der Leinwand, die Erwachsenen, überdreht chargierende Darsteller grimmassieren und gestikulieren lassen, was das Zeugs hält, und der Regisseur kommt mit dem Drehpensum zurecht.
So entsteht ein Kino, mit eklektisch zusammengewürftelten Kinderfilmelementen aus Abenteuer- und Detektivgeschichte mit dem Tierschutzgedanken, ein Kinderkino, was bestimmt nicht zur Geschmacksbildung der Kinder beiträgt und was offenbar für viele Filmförderer und vermutlich auch Fernsehredakteure förderungswürdig ist, warum, das steht in den Sternen, das wäre echt eine Recherche wert, wie so ein Projekt von so geringer Haltbarkeit überhaupt zustande kommt, wer hier warum wieviel Geld verbraten hat, denn ein idealistisches No-Budget-Projekt scheint es nicht gerade zu sein. Man wäre direkt versucht, von einem Fördergeldabgreifprojekt zu sprechen.
Aber Kino ist auch Traumland und warum nicht im Rahmen der Klimaveränderung Südtirol schon mal vor die Tore Hamburgs schieben, denn dort findet die kitschige Ehrung der Kindertierretter und die Verabschiedung der Pinguine in ihre Heimat statt.
Was wir auch nicht wissen, welche vielleicht deutlich besseren, sensibleren Kinderfilmprojekte wegen diesem Holterdiepolter-Produkt, dieser rudimentären, grob geschnitzten Abenteuergeschichte, dieser Kinobolzerei, zurückstecken mussten oder gar nicht realisiert werden konnten.