Ein schlechter Mensch
Im Abspann zitiert dieser Film von Kilian Riedhof der mit Marc Blöbaum und Jan Braren auch das Drehbuch geschrieben hat, Max Mannheimer mit dem Satz „Seid ein Mensch“.
Die Protagonistin des Filmes, Stella Goldschlag (Paula Beer), war ein schlechter Menschen, eine Verräterin, eine Kollaborateurin, eine Denunziantin, eine die ihre jüdische Haut im Berlin der letzten Kriegsjahre rettete, indem sie Dutzende anderer Juden verriet und damit auf den unumkehrbaren Weg ins KZ schickte.
Das Böse im Kino und in der Kunst ist immer faszinierend und so spielt es auch Paula Beer ergiebig und schillernd, eine jüdische Blondine, die sich noch 1943 ihren KZ-Stern zwar in der Waffenfabrik umhängt, aber auf den noch intakten Straßen von Berlin verschwinden lässt und in feinen Lokalen verkehrt, die es zu dem Zeitpunkt offenbar noch gibt.
Die Kamera in der Bildgestaltung von Benedict Neuenfels ist extrem fahrig und kurzatmig; sie will sicher die nervliche Grundsituation der Verfolgung spürbar machen. Hinzu kommt die Regie, die ebenfalls auf Skandalisierung aus ist, die Gefühlsausbrüche der Opfer verlangt.
Die Pressevorführung war gut einen Monat nach dem Terrorblutbad von 7. Oktober in Israel. Der Eindruck darüber als auch über den anschwellenden Antisemitismus da noch frisch, so dass der Film unerträglich wirkte, nicht noch das, nicht noch etwas, was Futter für Hetzer und Hasser bietet, auch wenn im Abspann fett geschrieben steht, Stella sei sowohl Opfer als auch Täter gewesen.