Rise of the Footsoldier – Vengeance (DVD)

Was macht Rache-Thriller immer wieder so faszinierend?

Das Schema ist in etwa und mit Variationen immer dasselbe: hier gerät der Protagonist Pat Tate (Craig Fairbrass) nach einem misslungenen Überfall auf einen Geldtransport, bei welchem sein Kumpel erschossen wird, an ein Verbrechernetz (Drogen), mit dem er es besser nicht aufnehmen würde. Ihm ist anfänglich gar nicht klar, auf was er sich da einlässt („Someone is fucking on me“).

Diese Thriller stehen und fallen mit dem Protagonisten. Er muss etwas Ehrbares ausstrahlen, er könnte der Hausmeister von nebenan sein, der sich rührend um seinen Hinterhof kümmert, der aber Übertretungen der Verbote gar nicht dulden kann.

Mit Craig Fairbrass haben Regisseur Nick Nevern und die Drehbuchautoren Andrew Loveday und Jason Maza genau so eine Figur gefunden, die vom ersten Moment an Sympathieträger ist, mit dem man mitgeht, dessen Rechtsübertretungen man passieren lässt, denn er kämpft ja gegen einen übermächtigen Gegner, gegen Verbrecherkartelle, er aus der Provinz landet im mondänen Soho in London und weiß doch nie, wem er nun vertrauen kann und soll.

Für die Erhöhung des Thrills und der Action sorgen Sätze wie: „We can do it the easy way or the hard way“. Die harte Art, das ist das, was sowohl den Spielfiguren als auch den Autoren, der Regie und garantiert meist auch dem Zuschauer besser gefallen dürfte, denn dann passiert augenblicklich etwas mit Kinoshowert, was dazu schmerzlich werden kann, wenn der Schrottplatzinhhaber sich für die harte Tour entscheidet und mit einer kleinen Geste das Zertrümmern des Autos des Besuchers veranlasst.

Solche Thriller sind immer auch Typensache, abgefuckte Männertypen, denen man einiges zutraut und die teils blutüberströmt noch um ihre Ansicht von Gerechtigkeit kämpfen; abgefuckte Männertypen sowohl auf der mehr proletarischen Ebene (der Fußsoldat aus dem Titel) als ebenso auf der eleganten Ebene des Nachtlebens und der Anzugsträger.

Es ist immer auch die Frage im Raum, wie glaubt ein Mann vor sich selbst und damit vor der Welt bestehen zu können, ohne gleich ein Herdentier oder ein angepasster Spießer zu sein.

Die Macher dieses Filmes haben den Thriller mit großer Begeisterung für das Genre und mit einem guten Auge sowohl für Kleinigkeiten als auch für die knorrigen Typen mit den knackigen britischen Dialekten auf die Leinwand gebracht.

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