Moniseur Blake zu Diensten

Schön gedacht

Die Musikspur taucht den Film von Gilles Legardinier, der mit Christel Henon auch das Drehbuch geschrieben hat, ein in eine Wolke von Melancholie. In der drohen die Protagonisten auch schier zu versinken, das sind John Malkovich als britischer Unternehmer Andrew Blake und Fanny Ardent als Nathalie, Schlossherrin im francophonen Raum und kurz davor, ihre Besitzungen verkaufen zu müssen. Beider Leben wird bestimmt von vergangener Liebe, der sie nachhängen und die wiederum ihr heutiges Leben negativ zu beeinflussen scheint.

Dem Briten seine Liebe wurzelt in dem Schloss. Auf eine Anzeige hin meldet er sich – es gab zwei in verschiedenen Internetportalen, eine, die um Gäste wirbt und eine, die einen Butler sucht. Das ist eine bewährte Komödiensituation, Andrew kommt als Gast und wird für den Butler gehalten. Er fügt sich in die Rolle. Das wäre rein theoretisch prima und erstklassiges Komödienpotential.

Die Storyline ist die, dass einerseits das Schloss als Beherbergungsbetrieb flott gemacht werden soll, dass es andererseits verkauft werden muss – die bösen Banker. Es fehlt an allem und bedarf der Improvisation, besonders wenn Interessenten aus England sich ankündigen. Auch da ist vom Plot her für jede Menge Situationskomik gesorgt, wenn ein alter Geschäftsfreund von Andrew seinen Heidenspaß daran findet, dass dieser in der unverhofften Butlerrolle ihn plötzlich zähneknirschend bedienen muss.

Ferner scheint der Film viel Komikpotential aus der sprachlichen Differenz zwischen Englisch und Französisch beziehen zu wollen. Dieses kann nun in der deutschen Billigsynchronisation in keiner Weise ausgespielt werden. Hier mangelt es nicht nur an der Regie, hier killt letztlich die Besetzung mit der Stimme für Malkovich, die besser Werbung für Arzneimittel machen würde, dessen eh schon müdes und schlafmittelhaftes Spiel. Wobei auch seine Besetzung im Original möglicherweise bereits ein Pointen- und Komödienkiller ist.

Hier scheint bei der Inszenierung einiges schief gelaufen zu sein. Malkovich kommt einem vor, wie ein im Energiesparmodus arbeitender Erfüllungsgehilfe einer unbeholfenen Regie. Im Moment kommt aus Frankreich nicht gerade aufregendes Kino, Das Nonnenrennen, Les Cyclades. Der Film verursacht in der deutschen Synchro Ohrenschmerzem ohne Kompensation für die Augen.

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