Dead Girls Dancing

Ausflippen,

gemeinsam Pferde stehlen, das können Ausdrücke sein sowohl für unverbrüchliche Freundschaft als auch dafür, gemeinsam kriminell zu werden.

Die erst drei (Luna Jordan, Noemi Liv Nicolaisen, Katharina Stark) , dann vier (Sara Giannelli) jungen Frauen im Film von Anna Roller unter redaktioneller Betreuung von Natalie Lambsdorff machen genau das.

Sie haben den feierlichen Einstieg ins Erwachsenenleben eben hinter sich. Die Perspektiven sind nicht gerade rosig, die Perspektiven eines bürgerlichen, selbst künstlerischen Erwachsenenlebens. Irgenwie sticht sie der Hafer. Die drei Freundinnen aus Deutschland fahren los gen Italien. Hier wollen sie leben, hier wollen sie die Sau raus lassen.

Wenn schon der Tod im Titel vorkommt, so muss auf den Film Der Tod der Stille von den internationalen hofer filmtagen verwiesen werden. Hier ist der Anfang genau so. Ein Auto voller abenteuerlustiger Mädels. Hier fährt aber schnell der Tod mit und dagegen.

Oder der Film Over & Out. Dieser hat auch den Tod dabei, inspiziert die Frauen ein paar Jahrzehnte später.

Die drei jungen Frauen, die von Deutschland aus unterwegs in Italien sind, finden keinen Platz in einem Motel, lesen aber noch eine weitere junge Frau auf, landen wegen einem Platten in einem Dorf, das menschenleer ist, aber so, als ob es bis vor kurzem noch bewohnt gewesen sei.

Hier lässt Filmemacherin Anna Roller ihre Mädels rumtoben, einen Lebensmittelmarkt plündern, in fremden Schränken wühlen, respektlos in einer Kirche rumfreaken.

Nun, es sieht so aus, als ob die Regisseurin diesen Freiheitsbegriff auch in Frage stellt. Zwischen zwei der jungen Frauen kommt es zu einer sinnlichen Annäherung. Andererseits ist zu sehen, dass solche jugendlichen Überdrehtheiten und Verantwortungslosigkeit nicht allzu zielführend sind, sondern eher in Richtung Horror- oder auch nur Krimigenre neigend.

Die Abitur-Fotos allerdings, die in der Eingangsszene von den hoffnungsvollen jungen Frauen vor einer Fotowand in einer Turnhalle geschossen werden, finden später im Film eine weniger angenehme Doppelung bei der Polizei. Insgesamt sieht die Regisseurin die Perspektiven für das Erwachsenenleben dieser Frauen wenig rosig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert