So ein Krieg
ist was Furchtbares und Kriegsfilme sind meist schwer verdaulich, besonders vom Ersten und Zweiten Weltkrieg mit diesen Millionen von Toten und im Film immer in diesem Graublau und dem Stacheldrahtverhau.
Dieser Film von Mathieu Vadepied, der mit Olivier Demangel auch das Drehbuch geschrieben hat, ist erträglich gemacht durch das Hauptaugenmerk auf die Beziehung von Bakary Diallo (Omar Sy) und seinem Sohn Thierno (Alassane Diong) aus dem Senegal, die von der französischen Kolonialmacht im ersten Weltkrieg als Kanonenfutter bei Verdun eingesetzt worden sind.
Eigentlich wollten die Kolonialherren nur die jungen Männer, aber weil Thierno es nicht geschafft hat, sich rechtzeitig vor den Rekrutierern zu verstecken und eingezogen wurde, hat sich Vater Bakary freiwillig als Soldat gemeldet, um in der Nähe seines Sohn zu sein, den er noch nicht für einen richtigen Mann hält.
Das hochzkonzentrierte Spiel der beiden Protagonisten fasziniert und prägt den Film, der den üblichen Kriegslärm- und Kanonendonner nur wohldosiert einsetzt und viel Zeit mit Warten und Vorbereitungsarbeiten an der Front verbringt und so Zeit schafft, das Augenmerk auf die Vater-Sohn-Beziehung zu lenken. Denn diese wird konflikthaft nicht nur durch Fluchtpläne, sondern vor allem dadurch, dass der Sohn zum Korporal mit Befehlsgewalt über seinen Vater befördert wird.
Thierno ist ein Favorit von Leutnant Chambreau (Jonas Bloquet), der selber an einem unausgesprochenen Vaterkonflikt leidet, der wiederum sein Vorgesetzter ist. Chambreau will mit einer eigenwilligen Eroberung einer exponierten Feindesstellung sich Ruhm, Renommee und Anerkennung durch seinen Vater verschaffen. Und schon sitzt Thierno mit im Boot dieser verwegenen Pläne, während sein Vater eine reale Fluchtmöglichkeit gekommen sieht.
Die Musik – oder vielleicht das Sound-Design – von Alexandre Desplat sorgt dafür, dass der Film garantiert nicht in die leichte Fall des Kriegspropagandafilmes stolpert. Sie gibt einen gediegenen Hintergrund für die Vater-Sohn-Geschichte ab.