Wilder Bilderverhau, der mit mythologischen Rückgriffen auf den Vorgängerfilm Orphea Elend und die Sehnsucht des Menschen nach Glück zelebriert.
Gewachsen auf dem Boden der Zusammenarbeit von Regisseur Khavn mit dem Deutschen Alexander Kluge in Orphea, der hier wieder mitproduziert und mit der faszinierenden Protagonistin und auch Sängerin Lilith Stangenberg.
Ein Flush durch ein Manila aus Experiment, Kunstinstallation, Dekor, Elend, eine Feier der Nichtigkeit des Menschen, der Buntheit und von Schwarz-Weiß, ein Rausch aus Musik und Farbekstase, aus dekadenter Aktionskunst („mach Deinen kleinen Pimmelprotz zu Brei“) und von Trauer, Hoffnung und Fischaugenoptik, ein furios-kaputter Mondomanila geschundener Naturen und irgendwie doch Flowerpower.
Ein Gang durch die Hölle Manila. Warum schmeißt Gott mich nicht einfach weg? Ein Rausch der Spielerei der Bilderveränderung mit den modernen Computermitteln. Desgleichen auf der Soundspur, ganz wild.
Und immer mittendrin die famose Performerin, Sängerin Lilith Stangenberg, wie schon in Orphea, auch hier wieder als eine durch Manila geisternde, wehende Orphea, die dieses Manila-Welt-Khavn-Feeling von Weltvergessenheit, Unwichtigkeit, Einmaligkeit, Vergänglichkeit, Untergehen in der Masse, Überflüssigkeit in der Welt und doch Liebessehnsucht und irgendwo doch Ich-Sein, zwischen Nichtigkeit und Wichtigkeit, von Todessehnsucht und Lebenshunger, aber genau so von Kunst und Poesie exzellent zur Geltung bringt.
„Jetzt, wo es zu spät ist, hast Du mich gefunden“. Das ewige Orpheus-Drama, auch wenn sie hier Orphea heißt und er Euridiko (Ian Madrigal): die Liebe als nicht endender Abschied.
Noch zum Titel: der Dog kommt auch vor im Film Dogman.