Doku einer Pauschaltour
Krip Krip bei Timia oder die Oase Ouderas sind nun nicht Orte, wo der moderne Tourist oder Abenteuerreisende so schnell mal hinfliegt wie nach Madeira oder zu den Seychellen.
Krip Krip und Ouderas liegen mitten in der Wüstenregion von Niger in der südlichen Sahara. Dorthin zu kommen ist heute nur möglich mit einer geführten und von bewaffneten Nationalgardisten begleiteten Tour, wie Roberto Fischer sie hier dokumentiert. Er war einer von vielleicht einem halben Dutzend Expeditionsteilnehmern, die mit einem Konvoi von mehreren Autos diesen Wüstentrip unter Leitung eines Russen im Jahre 2020 unternommen haben.
Über die Kosten dieses exklusiven Trips ist im Kommentar nichts zu erfahren. Dieser hört sich eher an wie der Text in einem Reiseführer. Es gibt Hinweise auf die Geschichte, wenig auf die Politik, auf den Wassermangel als Problem, auf die Sicherheitslage wegen der Terroristen, über die Bauweise der Lehmhütten.
Es gibt Ansichten von Bauten, die Weltkulturerbe sind und vor allem, womit wohl auch der Titel aufmerksam machen will, malerische Bilder von zwei Nomadenvölkern am Rande der Sahara, der Wodaabe, bei denen findet zufällig gerade das Brautschaufestival statt, und der Tuareg , das meint der Filmemacher dann wohl mit dem „Afrika pur“, eine doch etwas nostalgische oder gar überkommene Ansicht von Afrika, was mit dem modernen Afrika nicht allzu viel gemein haben dürfte.
Andererseits unterstützt sogar die EU ein Touareg-Festival, bei dem die Touareg ihre Tradition ausdrücklich im Hinblick auf einen wieder in Gang zu setzenden Tourismus in Szene setzen. Dieses findet nicht allzu weit von Agadez entfernt statt, wo es einen Flugplatz gibt.
Auf der Tonspur gibt es Folklore- und Wohlfühlmusik satt. Immerhin, wer diese 1 Stunde 40 Minuten-Kinotripinforeise mitmacht, spart sich enorm viel Unannehmlichkeiten und Kosten und bekommt Einblicke in ein nicht alltägliches Afrika.