Drifter

Hineingerauscht

Im Rausch der vermutlich ersten Liebe ist Moritz (Lorenz Hochhuth) spontan zu dem von ihm angehimmelten Noah (Cino Djavid) nach Berlin gezogen. Dem Fotografen wird diese Liebe aber bald zu viel, er möchte eine Auszeit. Aber Moritz ist nicht fürs Däumchendrehen und Warten gemacht. Er nutzt den Drive, den ihm sein Liebesrausch verleiht, dafür, direkt und ohne Umstände und ohne Ziererei in die lebendige queere Szene einzutauchen, lässt nichts aus, wie man so sagen würde, konsumiert Ketamin und Koks, Alkohol, lässt sich auf ein breites Spektrum von Sexmöglichkeiten ein.

Hannes Hirsch, der mit River Matzke auch das Drehbuch geschrieben hat, lässt die Sorglosigkeit und Abenteuerlust der Stadtjugend schwungvoll aufleben und Moritz wirft es darin hin und her.

Moritz ist kein Kind von Traurigkeit, aber natürlich hinterlässt das wilde Treiben auch seine Spuren, wie jemand meint.

Hannes Hirsch hat einen prima stimmigen Cast zusammengestellt, der diesen jugendlichen Optimismus und diese Lockerheit im Umgang mit dem Sex in fein tarierten Altersschattierungen rüberbringt. Atmosphärenkino, wie es das deutsche Subventionskino nicht unbedingt zustande bringt.

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