Das Konstrukt
ist ein Konstrukt, ist ein Konstrukt.
Am besten lässt man den Verleih zu Wort kommen:
„Birgit Singer ist Tierpflegerin und Tierliebhaberin. Sie trägt die Hauptlast in der Familie: Als Leiterin eines Tierheims ist sie die Hauptverdienerin, ermöglicht ihrem Mann Nathan so seine Promotion und will ihrer stotternden Tochter Sarah eine gute Mutter sein. Sarah ist am liebsten mit Tieren zusammen, denn die hänseln sie nicht wegen ihres Stotter-Problems. Zu Papagei Marlene, die wie sie unter einem „Sprachfehler“ leidet, entwickelt Sarah eine ganz besondere Zuneigung. Sarah liebt Marlene sehr und kann überhaupt nicht verstehen, warum alle wollen, dass Marlene verschwindet.
Marlene macht Birgits ohnehin schon schwierige Situation unmöglich. Bei einem Besuch in einem Altersheim beginnt der von ihr mitgebrachte Papagei, ein NS-Kampflied zu singen. Während einige der Senior:innen sogar mit einstimmen, wird Birgit gefilmt und der Fall erhält mediale Aufmerksamkeit. Mit jüdischen Schwiegereltern, einer tierliebenden Tochter und einem guten Ruf bringt sie dieser Vorfall jedoch in Schwierigkeiten. Als der Papagei schließlich wegen des Straftatbestands der Volksverhetzung vor Gericht steht, hält das ganze Land den Atem an.“
Die Inszenierung von Christian Werner hält sich ordentlich an das skizzenhafte Drehbuch von Stefanie Fies. Dieses ist voller Illustrationen und Erklärungen zu dem Thema. Ausführlich wird der Papagei Marlene als Naziplapperer eingeführt und kommentiert, dass das gefährlich sei, auch wenn Kind Sarah ihn für liebenswert hält. „Weißt Du, was die sagt, das ist ganz schlimm Mäuschen, das ist verboten… also früher sind viele Menschen ermordet, … also da sind viele Menschen gestorben wegen dem, was Marlene da sagt.“
Die Eltern von Sarah (Pola Friedrichs), das sind Nathan Singer (Hans Löw, gewohnt locker) und Birgit Singer (Britta Hammelstein mit vielem Lächeln, aber auch mal mit einem Stirnrunzeln).
Die Haltung des Drehbuches unter der redaktionellen Betreuung durch Jan Berning (SWR) und Daniela Muck (ARTE) ist diejenige von Aufmerksamkeit, Weltoffenheit, Modernität und das wird in den Dialogen deutlich gemacht.
Spiel und Stil der Inszenierung lassen auf Komödienabsicht schließen, das zeigt vor allem die Anfangsszene als Endpunkt der Geschichte. Das Ausgestellte als Hinweis auf Erklärkino. Der Soundtrack wirkt besserwisserisch kommentierend.
Ausgiebig und immer wieder diskutiert wird auch das Thema der Konversion von Birgit.
Unklar bleibt vielleicht, wem das alles so breit erklärt werden soll. Fernsehredakteuren, die schwer von Begriff sind?