Heaven Can Wait – Wir leben jetzt

Optimistisches Patchworkmovie

oder Wimmelbildfilm oder Kaleidoskopfilm oder Collagefilm mit Multivisionseindruck über den Hamburger Chor „Heaven Can Wait“, der im St. Paulitheater übt und auftritt und der auch auf Tournee geht.

Das Besondere an diesem quicklebendigen Chor ist die Altersbegrenzung für den Eintritt, die ist nach unten limitiert, nämlich 70, nach oben gibt es keine Grenze, das älteste Mitglied geht auf die 100 zu.

Es ist vielleicht auch ein Skurrilmovie, da dem Chor etwas Skurriles anhaftet, insofern als er doch vornehmlich das Alter thematisiert und auch veräppelt selbstverständlich; er hat etwas von einer (erfolgreichen) Selbsthilfegruppe.

Der Chor reißt die Mitglieder aus einer möglichen Altersisolation heraus, fordert sie kräftemäßig und auch künstlerisch-kreativ, bringt ihrem Leben neue Impulse und neuen Sinn. Insofern unterscheidet er sich gar nicht so sehr von anderen Chören, die die Menschen zu Erlebnissen zusammenschweißen, die sie sonst nicht hätten, wie in Fisherman’s Friends zu sehen.

Der Film von Sven Halfar unter redaktioneller Betreuung von Tim Grosspietsch und mit dramaturgischer Beratung von Corinna Schadt ist einerseits ein Adabei-Movie, indem er dabei ist bei Proben, Konzerten, ist aber auch ein Porträt-Movie, das einzelne Chormitglieder zu Hause aufsucht, sie als Talking Heads schön ins Bild setzt, sie aus ihrem Leben erzählen lässt, von der befreienden Wirkung des Chores, von Emanzipation, Partnerschaft. Der Film ist in den Lockdown geraten und nutzt diesen speziell für Hausbesuche bei den Sängern und Sängerinnen.

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