Flugangst
Flugangst ist eine durchaus ernst zu nehmende Angst, vielleicht auch eine Ausfaltung der dem Menschen innewohnenden, natürlichen Todesangst. Es ist also eine elementar menschliche Angst und es gibt Menschen, die fahren lieber tagelang mit dem Zug oder mit dem Schiff, als dass sie ein Flugzeug besteigen würden.
Der Isländer Hafsteinn Gunnar Sigurdsson (Under the Tree) wird sich gedacht haben, darüber lässt sich bestimmt ein unterhaltsamer Film machen und hat zusammen mit Halldór Laxenss Halldórsson und Tobias Munthe ein Drehbuch entwickelt, das er dann verfilmt hat.
Eine Gruppe von Menschen mit Flugangst steht im Mittelpunkt. Es sind dies Sarah (Lydia Leonard), Bauunternehmerin, Edward (Timothy Spall), Bestsellerautor vom Roman „Der Albatros“, Coco (Ella Rumpf), Influencerin, und Alfons (Sverrir Gudnason), App-Entwickler. Sie nehmen einen Kurs gegen Flugangst. Hier wird erklärt, was diese mit dem Oxytocin zu tun hat.
Verwickelt wird die Geschichte für Sarah, die ihre Flugangst vor Freund Tom (Emun Elliott) verheimlicht. Bevor sie mit Tom und dessen Töchterchen in Urlaub fliegt, will sie noch den Flugangsttest bei einem Probflug bestehen. Dieser führt unter dem unerfahrenen Reiseleiter-Debütant Charles (Simon Manyonda) von London nach Island, kein Wunder, da der Regisseur doch von dort ist.
Sowohl beim Hinflug wie beim dortigen Zwangsaufenthalt werden genügend Komplikationen auftreten, die nicht nur die Flugangst der zufällig zusammengewürfelten Gruppe auf die Probe stellen. Der Film findet dafür eine hochmoderne Hotelanlage mitten im isländischen Niemandsland und nicht nur die Sauna wird menschliche Beziehungen zum Vibrieren bringen, auch Internetmogul Dries (Björn Hlynur Haraldsson) lässt manche nicht gleichgültig. Regie und Autoren haben ihr sich selbst gestelltes Problem mit Bravour gelöst.