Determined to be Evil,
entschlossen ein böser Mensch zu werden, das lässt Shakespeare King Richard III in seinem Theaterstück sagen, weil er ein gemobbter Mensch ist wegen seiner körperlichen Defizite von Buckel und entstelltem Fuß, wie er gerne auf der Bühne als ein Fressen für einen Mimen dargestellt wird. Das Böse in Person.
So ist König Richard III dank Shakespeare in die Geschichte eingegangen. Die Historikern Philippa Langley hat im zweiten Jahrzehnt unseres 21sten Jahrhunderts versucht, dieses Bild als falsch zu entlarven. Hilfe dafür verspricht sie sich von der Entdeckung des Leichnams des Königs, von dem es nirgenwo eine Grabstätte gibt.
Das ist der reale Sachverhalt und Hintergrund für den Film von Stephen Frears nach dem Drehbuch von Michael Jones und Steve Coogan, die von Philippa Langley höchstpersönlich unterstützt wurden. Sie wird im Film überzeugend dargestellt von Sally Hawkins.
Stephen Frears interessiert sich für mehrere Dinge. Das eine ist seine Protagonistin, die bei einer Theateraufführung von Richard III, die sie mit ihrem Sohn Max (Adam Robb) besucht, anfängt sich für den historischen Richard III zu interessieren.
Im Theater wird Richard gespielt von Harry Lloyd, der eine gewisse Ähnlichkeit mit Lars Eidinger hat, aber den Kopf auch mal ruhig halten kann, und dieser wird über den Rest des Filmes der für andere unsichtbare Begleiter und Freund von Langley.
Langley macht an Richard das Thema der Ungerechtigkeit und ungerechter Behandlung fest. Sie möchte seinen schlechten Ruf korrigieren. Das ist die wissenschaftliche Abenteuerreise, herauszufinden, wo, wenn überhaupt, er begraben liegen könnte und dann Mitstreiter und Mitfinanzierer zu finden.
Im Rahmen dieser Reise interessiert Stephen Frears der Sachvorgang, wie universitäre Machtspiele – und auch politische – funktionieren. Momentweise erinnert der Film in seiner zwar kritischen aber nicht menschenfeindlichen Beschreibung dieser Dinge an eine Stadt wie Seldwyla von Gottfried Keller. Wie halt jeder Menschen mit seinem Bedürfnis nach Beachtung und Wichtigkeit umgeht, aber auch wie mit einer Frau mit einer fixen Idee umzugehen sei. Im Film ist sie eine Mutter in Scheidung, mit der schweren Krankheit ME und die einen Job bei einer relativ abstrakten Firma namens Waverlygate hat. Insofern ist der Film auch ein feministisches Porträt einer modernen Frau in diversen Clinchsituationen.