Freelance

Soloselbständige

haben während der Pandemie Furore gemacht, weil sie wirtschaftlich besonders betroffen und insofern auf spezielle Unterstützung angewiesen waren. Hierbei ging es vor allem um Künstler, die auftreten.

Um einen Soloselbständigen der besonderen Art geht es hier im Film von Pierre Morel nach dem Drehbuch von Jacob Lentz.

Eigentlich war der Traum der Hauptfigur (Marton Csokas), in den Krieg zu ziehen, Soldat bei der US-Army zu werden. Ein Unfall beendet die Träume, ein Rückenleiden bleibt (das wird sich in Action-Situtationen deutlich bemerkbar machen). Er wird Anwalt, gründet eine Familie, all das, was er genau nicht wollte, kein solches Spießerleben.

Da ergibt sich durch einen Anruf eines Kameraden aus der Army, der jetzt die Sicherheitsfirma CDI betreibt, möglicherweise ein Unternehmen, das vergleichbar ist mit der russischen Wagnertruppe, die Chance, als Freelancer für diesen einen Auftrag anzunehmen. Er soll als Personenschützer für die prominente Journalistin Claire Wellington (Alison Brie), die gerade einen Betrugsskandal um die Ohren hat, diese zu einer Interviewreise nach Palionia begleiten, hört sich fast an wie Patagonien, liegt auf jeden Fall in Lateinamerika.

Der Herrscher von Padonien ist bekannt dafür, keine Interviews zu geben, das ist also eine einmalige Chance. Genauso für den Anwalt, dem Familienleben zu entfliehen und gut Kohle zu machen.

Nach dieser kurzen Exposition sitzen Journalistin und Personenschützer bereits im Privatjet auf dem Flug nach Lateinamerika. Sie werden vom Staatschef persönlich in einem Limousinenkorso abgeholt. Sie sind noch nicht in seiner Residenz, da überschlagen sich die Ereignisse, es passiert all das was in B-Movies auch schon in den 70ern passiert ist.

Und selbstverständlich mischen die USA in den kaputten politischen Verhältnissen mit, wobei das Thema Drogengeschäft praktisch außen vor bleibt. Es geht um Palastrevolution, aber auch die CIA und genau so die Söldner von CDI wittern ihr Süppchen. Es geht turbulent und zügig zu und her, Langeweile kann nicht aufkommen, die Kleidung im Dschungel ist noch nach stundenlanger Flucht intakt, wenn nicht eine Schießerei mit schön drapierten Blutspuren dazwischen kommt.

Es ist ein lässiges B-Movie mit dem Charme vergangener Kinozeiten und so richtig klar ist nicht, warum der Streifen hier in die Kinos kommt; da dürfte er die heutigen Menschen mit den heutigen Problemen definitiv zu wenig ansprechen.

Die deutsche Synchro versucht sich gar nicht erst an Subtilitäten – die der Film wohl auch nicht hergibt. Aber man sieht bei Kandahar, dass auch der Versuch zur Differenzierung und Realitätsnähe nicht unbedingt gelingen muss.

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