Luise

Fuchs und Krieg

Kürzlich gabs im Kino den direkt poetischen Antikriegsfilm Der Fuchs von Adrian Goiginger Da wird ein Fuchs für den Soldaten Franz wider Willen zum Symbol fürs Leben.

Von David Herbert Lawrence wiederum gibt es die Erzählung „Der Fuchs“. Frei nach dieser hat Sebastian Bleyl in Zusammenarbeit mit Regisseur Matthias Luthard das Drehbuch für diesen Film geschrieben, der im Elsass am Ende des ersten Weltkrieges spielt.

Ganz klar auch ein Antikriegsfilm, aber nicht nur das oder das nicht primär. Matthias Luthard nutzt einen einsamen Hof im Elsass, um wie unter einem Brennglas drei Menschen zusammenzubringen und – vor dem Hintergrund des Kriegsthemas – agieren zu lassen.

Luise (Luise Aschenbrenner), eine junge hübsche Frau, deren apartes Profil als allererstes als Schattenbild zu sehen ist, lebt hier allein mit ihrer Mutter. Diese ist eben gestorben und liegt noch in ihrem Bett. Dicht hintereinander betreten die beiden anderen Hauptfiguren den Hof. Es ist dies Hélène (Christa Theret) und der verwundete Soldat Hermann (Leonard Kunz) mit dem Gewehr im Anschlag.

Die Atmosphäre ist filmisch erster Weltkrieg: dunkel, viel dunkler Wald, Kerzenlicht im Hause, keine knackigen, frischen Farben; vielleicht ein Museumsbauernhaus, die Frauen mit langen Gewändern.

Dass die beiden ungebetenen Gäste auf der Flucht sind, wird klar, wie ein Polizist (Aleksandar Jovanovic) mit Hilfstrupp nach ihnen sucht. Luise aber versteckt den Soldaten und gibt die unbekannte Frau, die Französisch spricht, als ihre Cousine aus der Schweiz aus.

Matthias Luthard nutzt die gewisse Modellhaftigkeit und Künstlichkeit der Situation aus, um zu untersuchen, wie die drei Menschen aufeinander reagieren. Einerseits kommt spontane Mitmenschlichkeit zum Ausdruck, nicht nur das Verstecken des Soldaten, auch dessen Wundversorgung.

Beide Gäste sind aber auch liebessehnsüchtig, Hélène will nach Holland, weil sie hofft, dort ihre gleichgeschlechtliche Veranlagung ausleben zu können. Luise wird sich entscheiden müssen, für eine der beiden Lieben. Hermann zitiert gern die Bibel, fragt, ob lesbische Liebe gottgefällig sein könne. Aber die Verführung durch Hélène ist nicht weniger stark.

Das Symbol des Fuchses wird dramatisch eingeführt: er reißt Hühner auf dem Hof. Auch die beiden Gäste haben Erfahrung mit dem Töten. Musikalisch machen Streicher auf die mögliche Zerrissenheit der Figuren aufmerksam.

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