Gerard Butler
„Vertraut Gerard Butler,
er wird Euch sicher durch jede noch so erschütternde, jede noch so lebensgefährliche Situation, sei es mit lädiertem Flugzeug im Sturm oder mit einer Guerilla-Armee auf einer ostasiatischen Dschungelinsel bringen“, so fängt stefe seine Review zu Plane an, einem der letzten Gerard-Butler-Filme, die hier ins Kino gekommen sind; er sei der Mann, dem Hollywood vertraut, der ein Flugzeug voller Menschen als Pilot sicher durch schlimmste Katastrophen lenkt.
Hier im Film von Ric Roman Waugh nach dem Drehbuch von Mitchell Lafortune ist Butlers Verantwortung als Undercover-Agent Tom eine andere.
Mit einem Kollegen schafft er es, sich im Iran unterm Vorwand, das Internet zu beschleunigen, mit der Schweizer Tarnfirma Sibixt in das Innerste der unterirdischen Atomanlagen vorzudringen und dort einen Trojaner einzuschmuggeln.
Den misstrauischen iranischen Bewachern machen sie weis, dass sie das Internet beschleunigt hätten, indem sie auf ihrem Handy Ausschnitte aus einem Fußballspiel vorspielen. Irgendjemand von den iranischen Bewacherns scheint hier ein bisschen dumm zu sein.
Das wird jedoch hochprofessionell erzählt, die Überwachung aus dem CIA-Zentrum in Langley, USA, inklusive. Auch die private Geschichte, dass er diesmal sein Flugzeug zurück nach Hause erwischen soll, um endlich wieder sein Töchterchen zu sehen, ist comme il faut, vielleicht etwas zu dick, so dass wirklich jedem schwant, dass da noch was dazwischen kommt.
Da ist der Film auch einfach noch nicht lang genug. Denn inzwischen hat die CIA die Atomanlage ferngesprengt, schöner kleiner Atompilz, der offenbar nicht allzu gefährlich ist. Ein Spannungserzeuger könnte jetzt sein, dass Tom ja noch im Iran ist und aufpassen muss, nicht vor dem Abflug identifiziert zu werden. Aber nein, er schafft es problemlos außer Landes.
Stattdessen versucht eine neue Figur, Mohammad (Navid Nagahban), sich nach Afghanistan hineinzuschummeln und nimmt nach gelungenem Grenzübertritt seine Perücke ab und gibt das per Handy seinem Auftraggeber bekannt und will sich rückversichern, dass es sich nur um einen Übersetzerauftrag handelt.
Inzwischen wird an einem sicheren Ort, Dubai wohl, Tom von einem Vorgesetzten beschwatzt, doch noch einen weiteren Auftrag anzunehmen und den Rückflug zur Familie erneut zu verschieben. Hier scheint es um eine Flugzeugpiste in Afghanistan zu gehen; es ist aber nicht so richtig nachvollziehbar, warum das so eine Dringlichkeit haben soll, da doch das Topziel der Vernichtung einer Atomanlage gerade gelungen ist; was kann da eine Landepiste eine noch größere Gefahr darstellen?
Auch die Motivation für Gerard Butler, den Job wegen des vielen Geldes zu machen, steht auf eher schwachen Füßen, sein Töchterchen könne dann an jeder Elite-Universität studieren. Dass das für ihn so wichtig sei, wird in keiner Weise vorbereitet, auch nicht, dass er das Studium andernfalls nicht finanzieren könne.
Jedenfalls schickt das Drehbuch Tom und Mo (Mohammad), den Übersetzer von vorhin, in ein Wüstenabenteuer nach dem anderen, schüttelt da eine ISIS-Truppe aus dem Ärmel, dort Talibans oder eine wilde Horde aus Tadschikistan, dann wieder iranische Revolutionsgarden, lässt Butler ewig lang mit Nachtsichtgerät gegen einen Helikopter kämpfen und schickt eher zu spät als rechtzeitig nach ermüdenden Fights und Hit and Runs den rettenden Transportflieger. Süßmusik … und Schwamm drüber.