Last Contact – Last Sentinel

30 Jahre nach unserer Sorglosigkeit im Umgang mit dem Planeten
oder das Prinzip Hoffnung
eine hübsche postapokalyptische Spekulation

2063
hat das Verhalten der Menschen den Meeresspiegel dramatisch ansteigen lassen, der größte Teil der Erde ist mit Wasser bedeckt.

Es gibt nur noch zwei Kontinente, die sind im Krieg miteinander, in einem konstanten Kampf um die Ressourcen. In dieser Situation fokussiert dieser Film von Tanel Toom nach dem Drehbuch von Malachi Smyth sein Interesse auf einen einsamen Wachturm mitten im Meer. Hier schieben Dienst und warten auf ihre Ablöse Cassidy (Kate Bosworth), Sullivan (Lucien Laviscount), Baines (Martin McCann) und der Sergeant, der Chef, Hendrichs (Thomas Kretschmannd). Sie warten auf ihre Ablöse. Vergeblich. Die ist längst überfällig.

Es ist eine Grundsituation wie im Film Der Leuchtturm von Robert Eggers. Während Eggers die Situation quasi sensationsheischend skandalisierend auf die Spitze und in den bitteren Abgrund der Bestialität treibt, nicht ohne eine gewisse Lust wohl, beobachtet Tanel Toom anfangs zwar actionreich den physischen Überlebenskampf, wenn wieder eine große Welle auf den Turm zurollt, diesen auseinanderzureißen droht, dann aber doch viel feinsinniger, das was Macht zwichen den Menschen auslöst, zu welchen Handlungen und Solidaritäten sie fähig sind in einer immer enger werdenden Situation, in sich verstärkender Aussichtslosigkeit.

Ja, es wird sich herausstellen, dass es sich um einen handfesten Thriller handelt, der sich aber erst im Laufe der Geschichte als solchen zu erkennen gibt.

Es wird viel über Details erzählt und allein die Konstruktion des Turmes in ihrer Fantasiehaftigkeit und fern jeglicher Realität gibt zu verstehen, dass hier die sorgfältige Kulisse für ein Kammerspiel gebaut wurde, um Hypothesen über das Menschentum zu erörtern.

Es werden Hintergründe für den Aufenthalt der Personen freigelegt; es gerät ab und an das Machtgefüge ins Wanken.

Dann ist da noch „Martha“, ein detailreich vorgeführter Selbstzerstörungsmechanismus des Turms, den in Gang zu setzen, zwei Mitglieder der Mannschaft einen Schlüssel haben. Er dräut über der Geschichte wie die Nuklearexplosion über dem Ukrainekrieg.

Einmal scheint die Ablöse zu kommen; allerdings ist es ein herrenloses Schiff, es könnte die Chance für den Ausbruch sein.

Ein Stück zum Prinzip Hoffnung, Jahrzehnte, nachdem wir den Planeten längst ruiniert haben; denn wir reden zwar ständig von Klimaschutz und Reduktion des CO2-Ausstoßes, faktisch aber nimmt der immer noch zu und damit die Veränderung des Planeten – und damit die Plausibilität des Szenarios dieses Filmes.

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