Lassie – Ein neues Abenteuer

Das bewährte Schema

von den guten Hunden und den guten Kindern, die böse Menschen stellen und ihnen das Handwerk legen, wurde hier ohne allzu viel Gedankenarbeit von Autor Andreas Cordes und Regisseur Hanno Olderidissen generell im Sinne der Fremdenverkehrswerbung Südtirols (bis auf die Kakerlaken im Sternberg-Hotel) mit viel Sonnenschein, grünen Wiesen, Drohnenflügen über Landschaft, massig frisch geföhntem Hundehaar und lächelnden Menschen, gelecktem und gerschniegeltem Schauspielerpersonal und mit einigen haarsträubenden Paramtern von Unglaubwürdigkeit runtergenudelt.

Ehrenwert und anrührend ist das Motiv von Protagonist Flo (Nico Marischka), nicht mit seinen Eltern auf die Mittelmeerinsel zu fliegen, sondern dem Collie Lassie zuliebe zu seiner Tante Cosima (Katharina Schüttler) nach Südtirol zu fahren. Denn im letzten Film hatte er seinen Hund aus den Augen gelassen und der ist den ganzen Weg vom Meer bis in die bayerischen Voralpen allein zurückgekehrt.

In dem Ort geht allerdings der Hundeklau um, Dognapping. Es ist das schablonenhaft kinderfilmböse Paar Delphine (Maike Jüttendonk) und Stefano (Beniamino Brogi), die im versifften Hotel von Bianca Sternberg (Annette Frier) angestellt sind und nebenher im Hotel, das kann kein Mensch glauben, internationale Hundeauktionen veranstalten, ohne dass die Chefin es mitbekommt.

Selbstverständlich gerät auch Lassie in die Fänge der Bösewichter. Aber Flo und die beiden Kinder von Tante Cosima, die verschlossene, trotzige Kleo (Anna Lucia Gualano) und deren kleiner Bruder Henry (Pelle Staacken), nehmen die Verfolgung auf.

Das Problem bei so einem Film, dessen Handlung nicht auf Glaubwürdigkeit durchdacht wurde, ist, dass zum Beispiel die Hotelchefin als haarsträubend dumm und unaufmerksam dasteht wie jemand, der nicht in der Lage ist, ein Hotel zu leiten oder dass dem Hund Befreiungseigenschaften zugeschrieben werden, wie er zur Befreiung Weinfässer in Bewegung versetzt, was nicht in die Nähe einer möglichen Realität kommt.

Vermutlich geht es dem Film aber auch vor allem ums Antörnen mit Bildern von prima shampoonierten und geföhnten Hunden und mit all den landschaftlichen Attributen, mit denen Südtirol renommieren will und dem unerschöpflichen Kitschtopos des Collins, der in moralischer Mission in der Landschaft unterwegs ist. Was das Coming-of-Age betrifft, ist es einer der Film, die mit einem ersten, flüchtigen Kuss enden, der sich hier aber in keiner Weise vorher anbahnt.

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