Gringa fremd in Rio
Catherine (Marina Fois), die kein Portugiesisch spricht, sonder nur Französisch, ist wegen eines Todesfalles zu ihrer Schwester Aude (Anna Mouglalis) nach Rio gereist. Diese lebt dort mit ihrem Mann Ricardo (Bruno Garcia) in einem schick und großzügig eingerichteten Loft mit Haushaltmädchen Rosa (Suzy Lopes) in einem der Hochhäuser direkt an der Copa Cabana.
Am Strand bittet ein knackiger Brasilianer Catherine, ihm den Rücken einzuschmieren. Es ist Gilberto (Maicon Rodrigues). Er lädt sie in den Club Barocco ein. Catherine ist ernst, in sich gekehrt, skeptisch, beobachtend, zurückhaltend. Trotzdem geht sie tanzen; knutscht mit Gil. Rauchen tut sie auch in diesem Film von Alex Carvalho nach dem Roman von Jean-Christophe Rufin „La Salamandre“.
Der Film leistet das, wovon die Frau bei Ulrich Seidl in Paradies Liebe träumt oder das, was Im Herzen Jung nicht vermitteln kann: eine verrückte Liebe zwischen einer reifen Frau und einem jungen, knackigen Mann, die vernarrt in einander scheinen, die ihre Liebe zu unwahrscheinlichen Höhepunkten treiben, eine Liebe die sie träumen und Projekte planen lässt, eine Liebe wie im Märchen zwischen zwei Menschen, die ohngeachtet des Altersunterschiedes wie gemacht scheinen für einander; eine Liebe, die unkalkuliert und unerwartet entsteht ohne Kalkül auf keiner Seite. Eine Liebe, die wie aus heiterem Himmel passiert, wie eine Naturgewalt, eine Liebe, gegen die kein Mittel gewachsen ist, eine Liebe wie im Märchen.
Fast wie im Märchen, wenn’s denn nicht zu schön wäre. Ein Märchen, in dem die Liebe verrückt macht, ja die Liebenden zu Kunstdieben werden lässt. Eine Liebe, die erst Traumschlösser baut und dann auf fatale Gleise gerät.