Talk to Me

Australischer Düsterfilm

Die Australier wären keine Australier, um mal eine Pauschmeinung in Anspruch zu nehmen, wenn sie das Horrorgenre weiterentwickeln, neu erfinden oder perfektionieren wollten.

Die Australier lieben es eher, in so einem Genre mit großer Kelle locker anzurühren und es krachen zu lassen und nicht unbedingt die Erwartungshaltung des passionierten Fans zu erfüllen. So halten es auch Regisseure Danny und Michael Philippou nach dem Drehbuch von Bill Hinzman, Daley Pearson und Danny Philippou.

Es geht um das Coming-of-Age, was ziemlich aus den Fugen gerät, von einigen Jugendlichen, die schon in ihrer Umgebung problematische Dinge erleben mussten. Einer ihrer Freunde hat im Partyrausch erst seinen Bruder, dann sich selber umgebracht. In Erinnerung an ihn gibt es das Modell einer Holzhand.

In der Familie der Protagonisten ist die Mutter vor zwei Jahren einen sonderbaren Tod gestorben – Selbstmord? Für psychische Belastung dieser Jugend ist gesorgt.

Es reißt die Kids förmlich, Midteens in etwa – nach einem Medium zu den unentwirrbaren Welten, um Kontakt mit Verstorbenen aufzunehmen. Die Sessions fangen witzig an. Eine Kerze wird angezündet. Die Holz- oder Gipshand aufgestellt. Der Proband oder die Probandin wird am Stuhl festgebunden und soll die Hand nehmen und der dahinter erscheinenden Jenseits-Person fest in die Augen blicken und den Titelsatz des Filmes sagen: Talk to me, sprich mit mir. Das ist jeweils die Stelle, an der sich der Horror ganz ungeniert seine Bahn bricht und die Dinge aus dem Ruder laufen lässt.

Man kann jetzt werweißen, ob sich in den australischen Düsterfilm ab und an der Geist australischer Aborigines auszutoben versucht oder ob die Geschehnisse nur darauf zurückzuführen sind, dass Eltern ihren Kindern nicht die Wahrheit gesagt haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert