Mei, wie verbiestert sie inzwischen alle sind!
Diese Erkenntnis verdanken wir Frau Pamela Wershofen, ihres Zeichens verantwortliche Redaktionsleiterin für diese Fernsehpanscherei aus Kult und moderner Verbiesterung.
Dietl war präzise, heute sind sie alle verbiestert.
An dem Geniegespann Helmut Dietl/Fischer können andere sich nur verheben, wie hier das BR-Gespann Thomas Schwendemann (Buch und Regie) und Caro Matzko (Moderation). Augenfällig wird das just an den Beispielen, die aus Dietl/Fischers Kultserie Monaco Franze in sich verschränkendem Bildrahmen eingeblendet werden.
Wahrscheinlich war die Zeit einmalig, aber einmalig war eben auch die Paarung Dietl/Fischer als Chronisten, als präzise Beobachter und Zeichner dieser Zeit.
Bei der heutigen öffentlich-rechtlich TV-betreuten deutschen Film- und Fernsehproduktion hat man den Eindruck, dass nicht einer genau auf unsere Zeit schaut. Es gäbe da sicher auch Skurriles zu entdecken. Aber ein Sebastian Bezzel (hier als eines der Talking Heads) wäre nie und nimmer ein Stenz, wie ein Untertitel glauben machen will, das ist wirklich töricht – da ist er doch viel zu sehr Kind und Abbild unserer verbiesterten Zeit, die unter vielfältigstem Stress leidet und die keine Reserven für Charme hat wie damals der Stenz.
Um beim Fernsehen zu bleiben, das steht inzwischen unter Dauerstress wegen der Quoten, so dass sich keiner was traut, jeder auf Nummer sicher gehen will, genau so wie Pamela Wershofen mit dieser Fernsehstunde mit den Lockvögeln Helmut Dietl und Helmut Fischer.
Alle wollen sie immer Kult oder stellen fest, dass Kult heute nicht mehr möglich ist; so wollen sie sich daran hochranken, sich ein Stück davon abschneiden wie mit dieser Sendung. Die wird somit zum linkisch formulierten Ausdruck der Sehnsucht nach Charme und Kult eines unter Dauerstress stehenden Jahrzehnts (Covid, Ukrainekrieg, rasanter Welttemperaturanstieg, Quotendruck).