Dieser Film riecht nach Benzin –
Exploitation-Movie mit Motorradbraut aus der Karibik
Dieser Film von Lola Quivoron, die mit Antonia Buresi auch das Drehbuch geschrieben hat, ist das engagierte und empathische Porträt der Motorradbraut Julia aus den Pariser Vorstädten. Sie hängt mit den Jungs mit den Motorrädern ab. Sie vernachlässigt Arbeit und Ausbildung. Sie ist fasziniert von der Motorradwelt, sie sieht ihr Glück darin, auf so einem Gerät mit den wilden Jungs illegale Rennen zu fahren.
Da Juilia (Julie Ledru) vollkommen abgerissen ist, bleibt ihr nichts übrig, als sich als Interessentin für den Kauf eines gebrauchten Motorrades auszugeben und kaum hat sie das Gerät unter ihrem Hintern, auf Nimmerwiedersehen davonzubrausen.
Ihr Interesse und ihre Frechheit bringt sie in Gang-Kreise, die dies und jenes Geschäft mit gebrauchten Motorrädern machen. Beschaffungskriminalität. Bald schon arbeitet sie für den Gangsterboss Domino, der im Knast einsitzt und vor dort aus Motorräder bestellt, die im Internet annociert sind. Für die Ausführung ist bald schon Julia zuständig.
Die Frau des Gangsters, Ophélie (Anotina Buresi) verschafft der Diebin ein seriöses Aussehen. Die zwei Frauen kommen sich näher. Das gefällt Domino nicht.
Es gibt auch noch den Buben Kylian von Ophélie und Domino. Den Widmungen im Abspann ist zu entnehmen, dass der Film an reale Vorgänge und Personen erinnern will. Er wird zur Hommage für eine junge Zuwanderin in Frankreich, deren Zukunft alles andere als klar oder perspektivenvoll ist.
Insofern ist der Film auch nicht unbedingt nach den strengen Regeln spannenden Storytellings gebürstet, sondern bedient sich von der Emotion geleitet bei Anekdotischem, das er in aufgewühlt beteiligter Manier, sich im Power- und Glücksgefühl des Motorradfahrens suhlend und mit fahriger Kamera auf die Leinwand bringt.
In gewisser Weise just der Film zu den aktuellen Krawallen in den Pariser Vorstädten.