„Üben und Keulen“,
das sind die Dinge, die die Kids um Martin (Villads Boye) am drängendsten interessieren.
Es ist da Jahr 1976. Der Ort ist Jütland in Dänemark. Die Nicht-mehr-Kinder und Noch-nicht-Männer stehen vor der Konfirmation. Sie möchten die Dinge mit dem Geschlecht üben. Sie reden von „Keulen“ und wissen nicht recht, was das ist. Ein Grauzonending. Vielleicht auszuprobieren bei Pelli (David Dencik), der wenig gepflegt unterm Dach wohnt. Er spricht von Massieren. Bei ihm liegen Zeitschriften herum.
Der Freund, von dem Martin am meisten angezogen ist, ist der blonde Kim (Frederik Winther Rasmussen). Der scheint schon etwas Erfahrung zu haben. Dann ist aber da noch die etwas reifere Kristine (Kraka Donslund Nielsen). Sie scheint sehr viel Bewusstsein über den ersten Kuss und mehr zu haben. Aber erst nach der Konfirmation.
Für Martin kommt gefühlsverkomplizierend hinzu, dass seine Mutter überraschend gestorben ist. Das macht seinen Vater Hans (Anders W. Berthelsen) und seinen älteren Bruder Jens (Jens Malth Naesby) nicht gerade zu nützlichen Hilfen.
Es tut sich was auf Jütland in dieser kurzen Zeit im Leben von Martin zwischen dem Tod der Mutter und seiner Konfirmation und danebst ständig dem Drang „zu üben und zu keulen“.
Regisseur Niels Arden Oplev geht das Drehbuch von Bo Hr. Hansen nach dem Roman von Morten Kirkskov unverblümt und schonungslos an, ohne die Dezenz zu verletzen. Er zeigt Menschen, die von Gefühlen/Trieben gefordert bis überfordert sind, die sie aber auch nicht unterdrücken oder sublimieren; allenfalls beim Geher-Sport. Er bespielt die Bandbreite von reiner Ahnung bis zu dumpfem Erledigen.