Der Wasserhaushalt
ist ein brisantes, hochaktuelles Thema im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung, nie gekannte Überflutungen, nie gekannte Trockenheiten, Waldbrände, Erdrutsche, Regenfälle.
Insofern können dem Film von Masahiro Shinoda von 1979, der jetzt glanzvoll restauriert wurde, prophetische Qualitäten zugeschrieben werden. Es geht um eine Trockenheit in einem japanischen Tal und wie bei den Menschen mit der schwindenden Hoffnung auf Regen der Irrationalismus einkehrt.
Der Protagonist, der uns durchs Thema, durch das märchenhaft schön bebilderte Tal führt, ist Akira, ein Lehrer und Wissenschaftler aus Kyoto, der seine letzten Ferientage abenteuerlich forschend in dem Tal verbringt. Ganz oben soll der sagenhafte Dämonenteich (titelgebend) liegen, auf dessen Grund ein Drache lebt. Diesen Teich will Akira aufsuchen.
Der Film spielt 1913. Die Trockenheit ist bereits sichtbar geworden. Es gibt surreale Begegnungen. Weil er ein Sandkorn wegen einem Sandwirbel im Auge hat, bittet Akira im Dorf um Wasser, um es auszuspülen. Stattdessen bietet ihm eine Frau ihre Brust. Das hilft auch.
Auf Horrorhaftes deutet eine auf dem Wege liegende Puppe hin. Dann gelangt Akira zu einer Behausung im Harfenspieltal. Hier leben Yuri (Tamasaburo Bando) mit ihrem Mann Gaukuen Yamazaki (Tsutomu Yamazaki). Merkwürdigerweise haben die beiden Wasser.
Es stellt sich heraus dass er sich mit Perücke als Geschichtensammler ausgibt und vor allem, dass er und Akira Freunde sind, dass Yamazaki seit drei Jahren aus Kyoto verschwunden ist. Yuri wird als Mischwesen aus Fabel und Mensch bezeichnet. Sie scheint metaphorisch in Liebesproblemen gefangen, in Metaphern aus unerlöster Liebe, aus der zu befreien nur durch Metamorphosen gelingen kann. Kinder hat sie keine. Aber sie wiegt eine Puppe in ihrem Arm.
Yamazaki hat ein Gelübde abgelegt, dass er täglich dreimal die große Glocke hoch über dem 8′ 000 – Seelendorf schlägt, um den Dämon im See ruhig zu halten. Denn wenn er die Glocke nicht mehr schlagen würde, so sei mit apokalyptischen Wassermengen zu rechnen, die sich über das Tal ergießen und die keiner überleben würde. Die Trockenheit im Tal macht sich ein Politiker zunutze, indem er Reis verteilt.
Das Harfenspieltal ist wuselig bevölkert mit einer Vielzahl an metaphorischen Misch- und Fabelwesen, es gibt Krabbe und Karpfen, die sich befreien, es gibt den schwarzen Priester-Wels-Mönch, der einen Brief an die Prinzessin hat. Die Fabelwesen sehen sich als Gegengewicht gegen die Widerwärtigkeit der Menschen. Diese ist besonders im Dorf zu besichtigen, in dem wegen der Trockenheit der Irrationalismus auf fruchtbaren Boden fällt und gar ein Menschenopfer fordert. Das setzt dramatische Entwicklungen in Gang.
Es ist eine faszinierende Märchenwelt, die fantasievoll vom Heute erzählt – mit einer Gültigkeit für die Ewigkeit.