Special Power
Der Film von Thorsten Ernst, Tobias Lickes, Malte Nieschalk und Gordon Volk beschreibt den Special Power, den die Aussicht auf Teilnahme an den Special Olympics Berlin 2023 den Protagonisten Stella aus Kenia, Timo aus Hamburg, Uyangaa aus der Mongolei und Toivo & Roope aus Finnland verleiht.
Es geht dabei ausdrücklich nicht um „Behinderten-Kram“, wie Timo an einer Stelle bemerkt, es geht um Herausforderung. Menschen stellen sich einem Challenge.
In der offenbar unerlässlichen und vor allem dem Fernsehen geschuldeten Verzopfmanier werden die vier Geschichten ineinandergeschnitten. Das ist insofern verkraftbar, als die Protagonisten, ihre Sportarten und ihre Herkunft genügend unterschiedlich sind, als dass ein Kuddelmuddel daraus werden könnte.
Die Filmemacher setzen auch gar nicht so sehr auf den eher billigen Spannungsbogen, werden ihre Protagonisten die Qualifikation schaffen oder nicht. Sie nutzen die Aussicht auf die Teilnahme an den Spielen in Berlin überwiegend dafür, reichhaltige Einblicke in das Leben der Sportler zu eröffnen.
Dabei geht es um die Jobsituation, um die Ausbildung, um Ausgrenzung selbst in der eigenen Familie (Behinderung als Fluch!) oder darum, weniger Hilfe zu gebrauchen und selbständiger zu werden, nebst vielen, nicht zu widersprechenden Binsenweisheiten über die positive Kraft des Sportes als Ausdruck der Gefühle.
Im Zentrum stehen dank der Protagonisten die Sportarten Fußball, Tennis, Volleyball und Segeln, ein breites und buntes Spektrum. Es geht darum, dass man im Sport auch das Verlieren lernen können muss, den fairen Umgang mit den anderen, aber auch das Thema Diskriminierung Behinderter in der Gesellschaft wird ventiliert oder auch die Frage, was denn überhaupt der Unterschied sei.
Der Film kann so auch gelesen werden als ein anregendes Amuse-Gueule für die Spiele, die ja zum Zeitpunkt des Kinostarts noch gar nicht begonnen haben werden. Und wer sie dann schaut, der ist womöglich mit dem einen oder anderen Protagonisten recht vertraut und wird natürich ganz anders mitgehen mit den Kämpfen.