Kein Entkommen
Bei diesem Horror-Film von Lee Cronin (Hole in the Ground)
gibt es kein Entkommen.
Der Film ist wild entschlossen, nicht einen Millimeter Leinwand unbehorrort zu lassen. Er fängt mit einer wahnwitzig wilden Drohnenfahrt an, die schier eine Badexnixe am See köpft und lässt in Tempo und grausamer Soundstärke nicht nach.
Horror um des Horrors willen. Ein Horrorkabinett der Sonderklasse. Eine Geisterbahnfahrt, die nicht zum Atmen kommen lässt. Spielt in einem berühmten New Yorker Hochhaus, wenn ich mich nicht täusche, das Bügeleisen genannt wird, das aktuell grad durch die Medien geistert, weil es verkauft oder versteigert werden soll. Vielleicht ist das der Tribut an den Horror.
Mama spielt eine elementare Rolle, wird eine Mama des Todes, keine Details bitte, der Film ist fixiert auf blutige und schmerzliche Details, vergisst nicht einen Moment die Horrorperspektive.
Junge unschuldige Kindergesichter werden ihre Unschuld blutig verlieren. Scharfe Gegenstände, Scheren und auch die Kettensäge, Scherben werden sich in Menschenhaut bohren und Flüsse von Blut freisetzen. Keiner ist richtig tot. Keiner ist richtig lebendig. Es gibt kein Vertrauen, das Urvertrauen geschändet.
Ein Buch kommt vor mit grandiosen Zeichnungen, die die Horrorperspektive der Menschheit wie auf alten Rembrandtradierungen oder Michelangelozeichnungen wiedergeben, ein Buch, das sich mit Krallen gegen das Öffnen wehrt, ein Schellack-Platte mit klerikalem Hintergrund und wenig erfreulichen Texten.
Wie durch den Fleischwolf wird der Zuschauer durch diesen Endlosstrom an perfekten Horrorbildern gedreht; das ist nichts für zarte Gemüter oder für Leute, die lieber draußen den ersten Sonnenschein genießen. Entfesselter Horror, es gibt kein Halten mehr.