Loriots große Trickfilmrevue

Ein Film von Peter Geyer mit den Trickfilmen von Loriot

In Würde ergraut

sind die großartigen Trickfilme von Loriot aus den Jahren 1967 bis 1993 samt einem originalen Helmut Schmidt, der sich über seinen eigenen Animationsauftritt amüsiert.

Heute würde Loriot vermutlich Filme und Sketche für Youtube produzieren. Damals aber war das Fernsehen noch das moderne Medium schlechthin. Das wird im einen oder anderen Clip auch reflektiert, auch der Begriff des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kommt in Variationen vor; oft sind die Szenen Interviewsituationen oder direkte Ansprachen an das Fernsehpublkum.

Peter Geyer, der mit Loriot gearbeitet hat und nach dessen Tod für dessen Erben, hat jetzt 33 dieser Filme auf Hochglanz-Kino runter- oder hochgerechnet und fürs Kino präpariert; sie erstrahlen in starker Leinwandpräsenz. Sie machen eine gute Falle auf der Leinwand, auch wenn das wohl nicht jedermanns Sache sein dürfte, knapp anderthalb Stunden lang einen dieser Clips nach dem anderen zu konsumieren. Eher dürften die Leute zur erwartbaren DVD greifen und dann ab und an hineinschauen.

Sicher, der Humor damals war langsamer als heute. Der Mensch war noch nicht so eine hochtourige Info- und Bildkonsummaschine. In der Bonner Republik ging es betulicher zu und her, da wird viel geräuspert und missverstanden und Herr Müller-Lüdenscheid sitzt nicht allein in der Badewanne.

Die Themen der Zeit spiegeln sich, durch Loriots Humorwolf gedreht, Atomstrom, die Schnittbohnenfrage und Frischgemüse, das Fernsehschauen, das neue Postleitzahlensystem, familienfreundliche Konsumgüter, die Rolle der Frau als Hausfrau, die zeitlose Geschwätzigkeit der Politiker, die Tücken der Fernseh-Interview-Life-Sende-Technik, Organtransplantation oder der Rennbahnbesuch („Ja, wo laufen sie denn?“), der Ostereierausbrüter und die Verwaltung des deutschen Humors.

Zwischendrin kommen entzückende Gesangs- und Musiknummern und es gibt zeitlose Sketche, eine schauderliche Adventslesung, Probleme des Minderheitenschutzes für Vampire, ein Pfeifspezialist oder das generelle Problem menschlicher Kommunikation mit dem Dauerrisiko des Missverstehens.

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