Feines aus dem Hause Cronenberg –
Inspirationsquelle Holidayresort
Oder: das Holiday-Resort und sein Double.
Brendan Cronenberg (Possessor) aus dem begabten Hause David Cronenberg lässt seinen neuen Film in einem geographisch nicht näher identifizierbaren Luxus-Holiday-Resort spielen. Eine dem thailändischen nachempfundene Schrift lässt zumindest auf Asien schließen, auch der Monsunregen am Schluss.
Gedreht worden ist allerdings in Kroatien und Ungarn. Hier sucht der Autor James Foster (Alexander Skarsgard, der auch als einer der Produzenten aufgeführt ist) mit seiner Dulcinea Em (Cleopatra Coleman, deren Gesicht dem Künstlervornamen nacheifert) Inspiration. Die erste – und fast einzige – Inspirationsquelle ist eine Band, die die Gäste unterhält. Die Musiker tragen absurde Masken, die einen indigenen Hintergrund und Abgrund insinuieren.
Zweite Inspirationsquelle könnten noch Blicke außerhalb des wie ein Hochsicherheitsgefängnis mit Stacheldraht umwehrten Resorts geben, Menschen, die in einfachen Behausungen hinter Zäunen arbeiten, wuseln.
James wird angesprochen von Alban (Jalil Lespert), der den Autor erkennt. Alban ist hier mit Gabi (Mia Goth) zugange, die Schauspielerambitionen hat, ein Püppchen wie aus dem Musterbuch. Das Paar unternimmt einen Ausflug in einem prächtigen Amischlitten an eine Bucht. Spät fährt man zurück.
Die Alpträume können beginnen. Sie werden ausgelöst durch in den Film geträufelte Informationen, was einem in diesem Lande blühen kann, wenn man keinen Ausweis dabei hat, wenn man einen Verkehrsunfall mit Todesfolgen verursacht, da erfolgt bald schon der Rückgriff auf das Horrorgenre.
Bemerkenswert ist, dass es zu einer Doublage von Figuren kommt, von James auf jeden Fall, der sich immer wieder umbringen soll oder dem ein verschlagenes Bürschchen ein Messer in den Bauch rammt.
Darin verliert sich der Film irgendwie, ein Film, der vielleicht ein Erklärung in möglicherweise eigenen Erlebnissen des Filmemachers finden kann, der selbst solche Aufenthalte erlebt und dabei eine gewisse Leere empfunden haben könnte, die es mit wilden Bildkompositionen auszugleichen gilt.
Die gewisse Unsicherheit in Bezug auf sein Sujet versucht Brandon Cronenberg mit viel Sound zu übertönen. Der Film wirkt wie eine Obsession durch das Thema des Culture Clash, den der moderne Tourismus verursacht bis hin zur wilden Orgie. Man könnte auch sagen: Blicke in Luxusleben, die restlos verwöhnt, mit anderen Worten: versaut sind. So übt der Film vielleicht doch Kritik.