Die Kairo Verschwörung

Starker Tobak aus den Innereien einer Diktatur

Adam (Tawfeek Barhom) ist ein junger Mann ohne Arg und Hintersinn, Sohn eines Fischers in einem ägyptischen Dorf. Er ist intelligent und bildungshungrig, zumindest in religiösen Dingen. Er bekommt die Möglichkeit, an der Azhar-Universität zu studieren, eine seltene Chance. Die Azhar sollen Leuchten der islamischen Wissenschaft sein.

Der ägyptische Staat, der ein diktatorischer ist, versucht den beherrschenden Einfluss auf dieses Institution auszuüben. Das ist nicht immer einfach, da die Institution ihren Scheich selber wählt.

Hier setzt Tarik Saleh (Die Nile Hilton Affäre) mit seinem starken Film an. Der alte Scheich ist gestorben, ein neuer muss gewählt werden. Alarm bei den Sicherheitsdiensten, einer ihrer Leute ist aufgeflogen. Sie brauchen einen jungen unverdächtigen Mann, den sie manipulieren können.

Hauptakteur bei der Staatssicherheit ist Colonel Ibrahim (Fares Fares). Er ist dafür zuständig, eine unverdächtige Figur zu finden und diese auf Linie zu bringen. Es ist Adam.

Der Film zeigt drastisch die Mechanismen, deren sich der Staat bedient, um die nächste Wahl zu beeinflussen. Der Staat schreckt vor Mord nicht zurück und der muss anderen in die Schuhe geschoben werden, ein typisches Vorgehen terroristischer Regimes.

Hier wird der blinde Scheich (Makram Khoury) fälschlicherweise des Mordes angeklagt und um den Staat zu entblößen nimmt er die Schuld auf sich, obwohl ihm völlig klar ist, wer die wahren Täter sind.

Der Film beeindruckt nicht nur mit seiner konsequenten Story, die auch genau auf die Entwicklung von Freundschaften unter den Studenten hinschaut, sondern auch mit einer Kamera, die grandios die Wucht verschiedener Moscheeräume und deren Bespielung durch Studenten und Lehrerschaft einfängt. Die Kamera lässt nicht einen Moment vergessen, dass es um blanke Macht geht. Das ist auch nicht zu übersehen bei den konspirativen Treffen von Ibrahim und Adam im amerikanischen Café.

Dramaturgisch lässt sich der Film von der sorgfältig entworfenen Konfliktlinie von Adam durch die widersprüchlichen äußeren Einflüsse leiten, in einem Milieu, in dem alle nur gelenkt werden.

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