Caveman

Als Theaterstück

ist Caveman ein Welterfolg, auch in Deutschland wird es immer und immer wieder gespielt.

Unter dramaturgischer Betreuung durch Doron Wisotzky hat Laura Lackmann, die mit Simon Hauschild auch das Drehbuch geschrieben hat, das Theaterstück für den Film adaptiert.

Als Rahmenhandlung für den realen Theaterauftritt von Moritz Bleibtreu als Comedien wird die Geschichte drumherum erfunden und hinzugefügt und dann immer wieder in den Theaterabend in einem reizvollen Theater mit Lämpchen und Tischchen für den Champagner der Gäste hineingeschnitten. Es dürfte damit, wenn ich das richtig verstehe, aus dem Privatleben der Hauptfigur die Genese des Stückes nachgezeichnet werden.

Moritz Bleibtreu, ein nach wie vor wenn nicht immer mehr, fantastischer Schauspieler, lebt mit Laura Tonke in einer Beziehung mit dem üblichen Beziehungsclinch, aus dem wohl der Stoff für mehrere Theaterabend zu destillieren wäre. Mann und Frau passen nicht zusammen, die Vorstellung des Mannes von der Frau und die Vorstellung der Frau vom Mann, sind nie und nimmer kongruent zu machen.

Der Manager von dem edlen Theater schlägt Bleibtreu vor, ein Programm zusammenzustellen. Dazu kommt er aber kaum, weil immer der Beziehungsclinch dazwischenfährt. Sowohl Privatleben als auch das Stück sind gespickt mit Pointen zu dem Never-ending-Thema Mann und Frau.

Eine weitere, wunderbare Figur bringt der hier langhaarige Wotan Wilke Möhring in die Szenerie; er ist Freund und Nachbar von Bleibtreu, lebt mit Hund im angrenzenden Reihenhaus. Eine Spezialnummer gibt es zwischen Bleibtreu und Jürgen Vogel. Der spielt hier mit kurzen Auftritten einen Putzmann, da die Gespielin von Bleibtreu nicht ständig hinter ihm herputzen will und er selber dafür nicht das entsprechend ausgebildete Sensorium hat. Die Spitzennummer ist ein köstlicher Leitertanz der beiden auf der Straße mit den Reihenhäusern.

Das Stück spielt offenbar in Amerika. Das wird aber bei dieser deutschen Variante nicht weiter thematisiert, außer bei einigen Szenen mit einer dieser amerikanischen Männersportarten.

Anfangs versteht der Film es, einen als ungewöhnliche deutsche Komödie zu vereinnahmen und in der Nähe des Erfolgsfilmes Das perfekte Geheimnis anzusiedeln. Allerdings kann er diese Leichtigkeit auf Dauer nicht durchhalten; je mehr der amerikanische Sport auftaucht, desto mehr drängt sich einem auf, dass hier das deutsche Kino versuche mit dem amerikanischen zu wetteifern, wodurch allerdings eine gewisse Schwere nicht mehr zu übersehen ist; hier sind die Figuren im Lebensalter weiter fortgeschritten.

Trotzdem, das thematische Spiel, das sich auf der Unsicherheit der Geschlechter mit sich selber und mit dem anderen Geschlechte aufbaut, dürfte beim Publikum eine sichere Bank sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert