Harte Männersachen –
schwule Beziehungsdramen in der Rugby-Mannschaft –
Sidekicks in der Liebe
Männerästhetik mit weißen Hemden, Anzügen und Krawatten; die sehen alle so erwachsen aus, richtige Männer und gleichzeitig verhalten sie sich wie Kids; das ist der reizvolle Gegensatz in diesem ästhetisch aparten Film von Matt Carter, der mit Adam Silver auch das Drehbuch geschrieben hat. Als sei es das Selbstverständlichste der Welt, dass in Rugbymannschaften Liebschaften passieren ganz ungeniert; sie müssen einzig vorsichtig sein, wenn Amor seine Pfeile von Menschen in Beziehung an andere Menschen in anderer Beziehung schießt, Menschen, hier immer hundertprozentige Männer, die dem harten Männersport Rugby frönen. Rom-Com nicht ohne Humor; nicht ohne leichtes Grinsen des Filmemachers.
Gleichzeitig auch Life-Style-Komödie, zumindest so wie Protgonist Mark (Alexander Lincoln) lebt, der mit dem sinnlich-versonnenen Erotik-Blick; das verdankt er seinem festen Freund Richard (Alex Hammond). Doch, fast wie bei Rohmer, scheint die wahre Liebe zwischen Warren (Alexander King) und Mark zu laufen. Life-Style: das Loft im Wohnhochhaus in London oder das Chalet der Eltern von Mark in den französischen Alpen.
Das macht den Film so sympathisch, dass er nie, wie so gerne deutsche Beziehungskomödien, an der Oberfläche des Lebensorganisatorischen festzukleben scheint. Dieser britische Film nimmt sich die Freiheit zum Bildgenuss. Sich einfach am Schönen berauschen. Sich an schönen Männern berauschen wie einsten Tintoretto. Junge Männer, die aussehen wie Götter, die hart sind und liebessehnsüchtig zugleich; die Abenteuer wollen genauso wie feste Bindung.
Der Happy-Skiurlaub bei den Eltern von Mark sieht aus wie eine gefilmte Werbung für das Skiglück in der Nähe von Genf. Doch dann folgen die Offenbarungen von Marks Mutter.
Es fehlt auch nicht der unglücklich Verliebte, Henry (Will Hearle), der bei einem Auswärtsspiel mit den South London Stags eine Nacht mit Mark verbrachte und seither von diesem nicht loskommt, während Mark es dabei bewenden lässt.
Über die Rugby-Regeln heißt es, dass die Schiedsrichter sie am wenigsten verstehen. Und auch sonst keiner. Und wer versteht die Regeln der Liebsespiele unter Männern? Dürfen Männer mit Männern und der Liebe tändeln?
Einige der Songs hat Talent Matt Carter auch noch selber geschrieben und performed.