Belle & Sebastian – Ein Sommer voller Abenteuer

In der Heutezeit

Belle & Sebastian, die Verfilmung von 2013 spielte zur Zeit des Zweiten Weltkrieges in den Alpen an der Grenze zur Schweiz. Dort spielte die Weltpolitik insofern hinein, als Schmuggel und Menschenschmuggel die Gegend, in der die Geschichte vom Buben Sebastian und der Hündin Belle spielen, in Atem halten.

In dieser neuen Verfilmung von Pierre Coré, der mit Alexandre Coffre auch das Drehbuch nach Originalcharakteren der Autorin Cécile Aubry geschrieben hat, spielt die Geschichte im Heute und in modernen Familienverhältnissen. Der Bub lebt teils bei seinem Vater, teils bei seiner gestressten Mutter in Paris. Aus dem vorgesehenen Urlaub wird nichts, weil die Mutter plötzlich nach Prag muss, sie kann den Buben nicht nehmen, Vater auch nicht, also will die Mutter Sebastian bei der Oma in den Bergen abladen. Die haust dort als Bäuerin mit Schafen. Auch die Schwester von Sebastians Mutter lebt dort. Nur sie wird informiert. Der Empfang fällt entsprechend schroff aus, aus irgendeinem Grund ist die Oma von Sebastian nicht angetan.

Der Film wirkt so, als sei das Drehbuch kalt nach Rezept geschrieben worden, kalt angerichtet. Es wird nicht geforscht, warum die Figuren freundlich oder unfreundlich sind. Und einer, der Freund auf dem Dorf von Sebastians Tante und Oma, will so gar nicht so böse wirken, wie er von seinen Taten her beschrieben wird, dass er den Hund Belle quält, dass er die künftige Schwiegermutter übel reinlegen will mit dem Geschäft der von ihm erfundenen Schneekanone, die Wasser braucht und die Schwiegermutter in spe weiß nichts vom Höhlensee auf ihrem Grundstück, das sie dem künftigen Schwiegersohn verkaufen soll.

Sebastian gerät in intrigante Verhältnisse hinein. Aber weil der Stoff es will, freundet er sich mit Belle an, gewinnt ihr Vertrauen, lässt sie heimlich frei und landet am Ende auf der Alp, für die der Begriff Transhumanz eine Rolle spielt; was daraufhin deutet, dass die Tiere im Laufe des Sommers auf höhere Alpen geführt werden, wo es schwieriger ist, sie gegen den Wolf zu schützen.

Wölfe gibt es hier und nicht nur einen und man sieht auch, wie ein ganzes Rudel in der Schafsherde wütet, nachher liegen tote Schafe auf der Alp herum. Es zeigt sich aber auch, dass Belle ganz gut geeignet ist zum Schafe hüten oder treiben.

Es gibt unschöne Sachen, wie der üble Schwiegersohn in spe, dem es schwerfällt, den Bösewicht zu spielen, mitbekommt, dass Sebastian nicht nur mit Belle auf die Alp abgehauen ist, sondern auch den geheimen See entdeckt hat und somit den Reibach mit dem Landkauf gefährdet, da wird er zum Wildmenschen mit Knarre, vor dem man sich hüten muss.

Über dieses kalt kalkulierte Gericht wird Musik wie mit dem Schneebesen angerührt gelegt. Auch der Cast scheint nach nicht näher eruierbaren Kriterien ausgewählt worden zu sein. Aber die Aufnahmen von Belle mit dem weißen Haar, von den Bergen, den Alpen, den Schafen, den Alpenrosen, der Alphöhle sind von unwiderstehlicher Schönheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert