Riesending – Jede Stunde zählt – Teil 2 (BR, Mittwoch, 28. Dezember 2022, 21.45 Uhr)

Bergwachtbashing

Im zweiten Teil kommt ein Filmneed dazu, es ist das Bergwachtbashing. Wie weit die Bergwacht als Zauderer und Verhinderer realiter funktioniert hat, bleibt offen. Hier behindert sie direkt die Bergung des Opfers, ihr Chef ist ein kleinkarierter Funktionär; ihn interessiert nur das gute Renommée der Bergwacht.

Das Kompetenzthema wird in diesem zweiten Teil breit ausgewalzt. Die Bergwacht habe vor einem Angst, heißt es, dass sie nicht gut dasteht. Denn um die Bergwacht herum sind Spezialisten und Bergretter aus halb Europa eingetroffen und dürfen nichts tun. Auch die Politikerfigur, die sich das Unglück für PR-Auftritte zunutze macht, kommt schablonenhaft rüber.

„Das Rumsitzen macht mi fertig“, das ist auch so ein platter Schablonensatz. Dem Zuschauer wird ein fernsehtaugliches Katastrophenschema vorgesetzt, das von den Darstellern gut rübergebracht wird, auch wenn sie primär stöhnen und ächzen und hyperventilieren müssen.

Ein dramaturgisch nicht bis ins Letzte ausgefeiltes mögliches Hochwasser gehört zu den Mitteln, wenn auch nicht als realistisch nachvollziehbar dargeboten.

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