Weihnachtssüßware im Öffentlich-Rechtlichen –
das Herz eines Pianisten erweichen
Enttäuschungen und Verhärtungen prägen die beiden Protagonisten, die – selbstverständlich – für einander gemacht sind.
Mélodie (Barbara Cabrita) hat jung ihren Mann verloren. Sie ist mit Töchterchen Emma (Ilys Barillot) und Söhnchen Lucien (Achille Marques de Cost) überfordert und verhärtet.
Pianist Michael Grimaud (Lannick Gautry) hat sich enttäuscht und verhärtet in ein Tiroler Bergdorf zurückgezogen. Er hat seine Weltkarriere als Pianist an den Nagel gehängt, nachdem sein bester Freund ihn mit seiner Freundin betrogen hat.
Den garnierenden Rahmen für das Feelgood-Weihnachtsplätzchen bildet Schloss Schönbrunn in Wien und die Erinnerung an Sissy. Das ist reinster Zuckerguss. Angetrieben wird die Handlung durch die Existenznot von Mélodie. Sie droht ihren Job als Konzertmanagerin zu verlieren, weil sie für das Weihnachtskonzert auf Schloss Schönbrunn mit den Wiener Philharmonikern einen falschen Flügel bestellt hat, worauf der Pianist wutentbrannt denn Deckel auf seine Hand haut und nicht mehr spielen kann.
Vorher schon hat Mélodie bei konfusen Gängen durch Schloss Schönbrunn den berühmten Pianisten Michael entdeckt, der sich als Klavierstimmer eingeschlichen hat, abers schon wieder verschwunden ist. Bitte nicht nachfragen warum. Wenn es Mélodie gelingt, diesen Pianisten aufzuspüren, kann sie ihren Job behalten. Die Umstände bringen das ausersehene Liebespaar zusammen, das genau zueinander passt wie der berühmte Topf und sein Deckel.
Mélodies Familie reist aus Paris ins Tiroler Bergdorf und das Herz des Pianisten wird erweicht werden; da kann doch niemand Nein sagen, wenn Menschen so zueinander passen. Es ist Weihnachtssüßware der Öffentlich-Rechtlichen, wie sie genau so von der Degeto produziert werden könnte. Die vom BR eingekaufte, nicht mehr ganz taufrische Zuckerware stammt aus Frankreich von 2018, Regie führte Alexandre Laurant nach dem Drehbuch von Mathieu Le Picar, Morgan Spillemaecker, Clélia Constantine.