Hier hat die Firma MoviePool die Redakteure Fatimah Abdollahyan, Petra Felber und Corbinian Lippl vom BR betört und dazu gebracht, den Hahn zu öffentlich-rechtlichen Geldern zu öffnen für ein Produkt, das bestimmt keinem Weh tut, das mehr eindösend denn anregend, mehr plättend denn nachdenklich machend ist, das sich in seiner gewissen Beliebigkeit wie unangreifbar gibt, was lieber nett denn kritisch ist; was garantiert nicht zum Begriff der Grundversorgung im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Rundfunkes gehört.
Ein Peter Künzel hat sich als Doku-Mäuschen am Untersberg umgesehen, drauf und drinnen.
Der Untersberg ist berühmt geworden durch die Höhle und den Unfall von 2014. Darüber gibt es den beeindruckenden Film Das Riesending – 20′ 000 Meter unter der Erde.
Passionierte Höhlenforscher von dort kommen auch hier bei Peter Künzel wieder vor. Das ist einer der Verzopfstränge in dieser „von allem Etwas“-Doku. Mit zwei Höhlenforschern steigt er ein Stück in die Höhle hinab.
Öfter aber ist der Dokumentarist auf dem Berg zugange. Immer nach dem Motto, einerseits dabei zu sein, andererseits die Menschen reden lassen, am liebsten außerhalb der Kamera, dann gibt es weniger Probleme mit der Montage der Tonspur.
Um nichts allzu sehr zu vertiefen oder gar tief oder widerspenstig zu werden, fliegen zwischen der Verknüpfung der einzelnen Zöpfe Drohnen über das Gebiet und verbreiten Fluggefühl.
Die weiteren Protagonisten der Doku sind ein Bergführer, der einen Absturz erlebt hat und jetzt wenigstens beim Klettern schmerzfrei ist, eine blutjunge Sennerin, die Kühe mit Laien über einen steinig-stotzigen Weg auf eine höhere Alm führt, über eine Mili, die sich Free Solo Artist nennt und auf Felsbrocken den Handstand übt oder in einer Felsschlucht eine Schaukel installiert, über einen Jagdpächter, der gegenüber einem höhlenbewohnenden Vagabunden Hoheitsrechte geltend macht.
Diese Stränge werden zu einem Zopf verknüpft oder hübsch angeordnet wie bei einer Pizza mit allem, unverbindlich nett. Aber man wundert sich schon, wie viele Leute sich doch an und in so einem Berg heutzutage tummeln. Dem anspruchsvollen Titel allerdings wird der Film keinesfalls gerecht, da klebt er viel zu sehr an der netten Oberfläche. Das Gefährliche bleibt anekdotisch eingezäunt. Eine kritische Sichtweise existiert in dieser Art Doku nicht.