Mistletoe Ranch – Wo das Herz wohnt

Lost & Found
Herzerwärmend aus einem Guss

Über eine wahrhaftige Liebe, die Umwege braucht und auch das Zutun von anderen Menschen und Umständen, um sich zu einer perfekten Weihnachtsgeschichte aus Down Under zu runden.

Weihnachten, also die Weihnachtsfeier weit über die Familie hinaus, ist das Ereignis, das die Tremblays von der Misletoe Ranch zusammenbringt, aber auch auseinanderdividiert, nachdem die Mutter von Aimée (Mercy Cornwall) gestorben ist.

James Hunt (Jordi Webber) und Aimée waren sich da gerade in gefühliger Annäherung zugeeignet, das Herz im Baumstamm. Dann starb die Mutter. Aimée geht in die große Stadt, arbeitet bei einem erfolgreichen Fotografen als Assistentin. Animiert dazu hatte sie die Fotografin Ivy (Andrea Moor), die sie aber nie persönlichkennengelernt hat und die ein Foto von ihrer Mutter gemacht hatte.

Im Atelier verkauft sich Aimée weit unter Wert. Sie fotografiert wie eine Meisterin, wenn der Boss nicht da ist; das ist oft der Fall. Wird aber nur als Assistentin geführt. Hier stellt der Film von Rhiannon Banneberg nach dem Drehbuch von Claire J. Harris sie bei der Arbeit vor. Alles verabschiedet sich in den Weihnachtsurlaub. Sie fährt nach langer Zeit wieder nach Mistletoe Ranch.

Die Erzählung geht sanft und behutsam vor; nichts Knalliges wird reingedrückt; die Menschen sind immer ganz bei sich und ihrer Situation; das erzeugt eine gepflegte, menschenrespektierende Atmosphäre von hoher Gelassenheit und Ruhe, ja Festtäglichkeit und Würde; das Dunkle ist zwar da; aber es bekommt keinen prominenten Auftritt.

Der Film zeigt die Rückkehr in die von Aimée geerbte Ranch. Vieles ist geändert. Die Möbel sind abgedeckt. James ist immer noch da. Die erste Begegnung ist kühl. Aber die unterirdischen Strömungen der Gefühle machen sich bemerkbar.

James hat ein Mädchen, Juniper (Molly Belle Wright), die schon hübsch singt und später einen Weihnachtsengel spielt. Aimée will die Tradition der Weihnachtsfeste wieder aufnehmen. Es gibt auch eine Mutter des Mädchens, aber die ist Schauspielerin und Liebe zu James gibt es grad gar nicht.

In beiläufigen Begegnungen bahnt sich das unterschwellige Thema seinen Weg an die Oberfläche. Der alte Charlie (Charles Allen) ist ein diskreter Strippenzieher; er agiert im Sinne der verstorbenen Mutter. Die verlorene Liebe kommt immer mehr an den Tag, die wahrhafte Liebe, die unterdrückte Liebe, die teils vergessene und verdrängte Liebe.

Die Themen sind weich gebettet in schöne Bilder und in ebenso weiche, einfühlsame Musik gehüllt, die Menschen sind schön, Aimée strahlt eine seltene Reinheit aus; und auch James zeigt, dass er seine Reinheit nicht verloren hat. Die stimmige Vorasussetzung für eine großartige weihnachtliche Liebesgeschichte.

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