Geisterschiffe – Der wahre Preis für unseren Fisch

Im Trüben fischen

Die Fischereiindustrie in Thailand macht einen 9-Milliarden-Umsatz, dürfte also volkswirtschaftlich bedeutsam sein, weshalb der Premierminister bei einem Besuch der Organisation LPN von Patima lieber vage bleibt, dass Missstände selbstverständlich beseitigt gehören und die Menschen anständig bezahlt werden müssen. Allerdings bleibt auf hoher See einiges im Trüben und sicherlich auch schwer kontrollierbar.

Der Film von Shannon Service und Jeffrey Waldron beschreibt die Ausgangslage so, dass durch die industrielle Fischerei die reichen Fischbestände in Ufernähe ausgedünnt werden, dass die Schiffe immer weiter aufs Meer hinausfahren müssen und so die Arbeiter immer länger von zuhause wegbleiben, weshalb immer weniger Arbeiter sich für solche Schiffe finden lassen.

So schnappt sich die Industrie, wie in einem Fall nachgestellt wird, Männer, verbringt sie auf ihre Hochseeschiffe, wo sie oft wie Sklaven ohne Bezahlung gehalten werden. Land sehen sie nie. Das Sklavenschiff sieht offenbar jahrelang kein Land, weil es von einem sogenannten Mutterschiff versorgt wird, das auch den Fang entgegennimmt.

Um diese Männer, die wie Sklaven gehalten werden, geht es. Wie es Männer dann trotzdem schaffen, vom Schiff abzuhauen, bleibt im Dunkeln. Es sammeln sich welche aus Indonesien auf Burma, heiraten da, bleiben für die Angehörigen zuhause verschollen.

Um solche Fälle kümmert sich die Organisation von Patima, die deshalb sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden sei. Sie schaffen es tatsächlich in einem Fall, dass ein Sklavenopfer eine Entschädigung von den im Dunkeln bleibenden Schiffseignern erhält.

In einem anderen Fall gelingt es ihnen, einen Zeugen im burmesischen Dschungel ausfindig zu machen, der einem weiteren Opfer zu einer Entschädigung verhilft. Es ist also in gewisser Weise ein Real-life-Abenteuerfilm, die Fahrt mit der Gruppe um Patima von Indonesien nach Burma, auf Dschungelinseln, um da dünnen Spuren zu folgen aber auch Ablehnung zu erleben. Und da sie fündig werden, wird es zu Rührszenen kommen.

Filmlandschaftlich ist die Gegend reizvoll und auch das zweistöckige Boot, mit dem die kleine Abenteuerergesellschaft, auch mit Drohnen bewehrt, in dem Inselgebiet rumschippert. Leider gibt es beim Fisch im Supermarkt noch keine Zertifizierung, dass für den Fang keine Menschen als Sklaven gehalten worden seien.

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