Strange World

Generationen- und fantasiebunt

geht es zu in dieser Disney-Produktion von Don Hall nach dem Drehbuch von Qui Nguyen.

Der alte Jaeger Clade ist noch ein vierschrötiger, wilder Forscher, Typ Haudegen, nicht unbedingt der Rationalität, mehr dem Abenteuer zugeneigt. Im eisig-verschneiten Winter führt er eine Gruppe eskimohaft bekleideter Menschen durchs Gebirge auf der Suche nach Utopia. Die nächste Generation, die mit ihm unterwegs ist, findet mitten im Schnee eine grüne Pflanze. Der Spatz in der Hand ist dieser Generation wichtiger als die Taube auf dem Dach. Sie lässt den alten Forscher ziehen und bleibt bei der wundersamen Pflanze.

Der Film macht jetzt einen Generationensprung. Der junge Searcher Clyde ist sesshaft geworden, Farmer, lebt in einem gesegneten grünen Tal; die Frucht von Arbeit und grüner Pflanze. Eine Idylle fast wie in Alcarras real geschildert.

Der Sohn von Searcher und Teen ist in den Jungen Tiaso verliebt.

Bevor die Disney-Fabrik die Wohlfühlgeschichte mit allseitigem Glück abschließen kann, gilt es, die Welt zu retten und dabei den verschollenen Vater zu finden.

Da fährt der Film seinen ganzen Fuhrpark an Fantasiefluggeräten, die eine lange Tradition auch in der Filmgeschichte haben, bis zu Karel Zeman und wohl auch weiter zurückzuverfolgen und in der bildenden Kunst noch viel weiter bis zu Michelangelo. Diese Fluggeräte faszinieren einerseits mit ihrem museal-technischen Design, andererseits, dass sie wie High-Tech-Geräte funktionieren. Ihr Treibstoff sind die grünen Kugeln jener Wunderpflanzen, offenbar ganz ohne CO2-Ausstoß – grüne Energie, wie wir sie uns wünschen.

Diese Flugteile navigieren durch unendliche Fantasiewelten, Unterwasserquallenwelten und -riffe, durch Welten sonderbarer Pflanzen mit Eigenleben und die sich auch mal einem Fluggerät in den Weg stellen.

Nicht genug des Fantasie-Inputs, es gibt nebst den vielfältig belebten Kreaturen wie Quallen noch jene künstlichen Wesen in alarmblau, die wie ein blauer Flupp aussehen und diese Niedlichkeitstöne von sich geben.

Es sieht so aus, als wolle Disney seine Fantasiewelten toppen; vielleicht weil sie spüren, dass durch zuviel des Guten auch ein Konditionierungseffekt beim Zuschauer eintreten kann und ihm alles nur allzu bekannt – und auch glatt, was die Konflikte betrifft – vorkommt. So ein Film schafft es, nicht nur Diversität als selbstverständlich einzubauen, sondern auch das Thema Behinderung lustvoll abzuhandeln – wenn auch nur bei einem Hund, der dreibeinig ist.

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