Nachtwald

Einfach abhauen –
und an Grenzen geraten

Schönes Jungs-Coming-of-Age-Abenteuer mit allem, was dazugehört, der verborgenen Höhle, dem mystisch-mythischen Wald, einem dichten Bergwald, dem Raben, der Nacht im Wald, den Sternen, der Quelle, den Träumen, dem Wolf, den Glühwürmchen, der Geschichte, die ein Fantast von Vater seinem Sohn erzählt.

Andre Hörmann, der mit Katrin Milhahn auch das Drehbuch geschickt hat, schickt die zwei großartigen Nachwuchsdarsteller Jonas Oeßel als Fatboy Max mit Freund Paul (Levi Eisenblätter) auf diese Reise, er schickt sie dahin nur mit Rucksack, Schlafsack, Taschenlampe und wenigen Campingutensilien und statt der unabdingbaren Handys und Smartphones lediglich mit dem Skizzenbuch vom Vater von Paul (Marc Limpach), dem Visionär, Freak und „Spinner“, wie er im Dorf genannt wurde, in den unwegsamen und teils felsigen Bergwald, in dem der Zugang zur versteckten Höhle sein soll.

Hörmann stattet seine jungen, umwerfenden Protagonisten mit guten Gründen aus, von zuhause abzuhauen. Max ist von Gesicht und Figur her der grobschlächtigere, passend zur Vorstellung des Berufes seines Vaters, einem Metzger. Nicht nur, dass der gewalttätig ist, Max kommt auch in der Schule nicht vorwärts. Für Paul ist das kein Problem. Aber sein Vater, der ihm so manchen Floh und Traum und so manche Lebensmaxime für ein glückliches Leben ins Ohr gesetzt hat, ist seit einem Jahr verschwunden.

Zuletzt hatte der verschwundene Papa noch versucht, den Gemeindrat von der Existenz der Höhle zu überzeugen und was sich touristisch für den Ort damit alles herausholen lasse. Wie die Mutter ihn schon abgeschrieben hat und sie Paul sagt, dass sie finde, jetzt könne ihr neuer Freund einziehen, ist auch für ihn das Limit erreicht.

Das Abhauen der Buben bleibt nicht unbemerkt, aber sie setzen sich dem Abenteuer aus, wollen auf gar keinen Fall von den Suchtrupps gefunden werden und unbedingt die Höhle finden. Die beiden Jungs riskieren und gewinnen einiges, das kann ruhig verraten werden.

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