Mad Heidi

Alles Käse
Swiss Trash

Die Schweiz ist eine Demokratie, mitten in der EU, die sich bezüglich dieser zusehends ins Abseits manövriert, indem sie die Verträge auslaufen lässt. Sie nennt sich eine Demokratie, die politisch neutral ist und diese Neutralität so definiert, dass sie im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt faktisch den Kriegsverbrecher im Kreml unterstützt durch Nichtunterstützung des überfallenen Landes. Höchste Zeit also, einige helvetische Grundwerte drastisch und penetrant durch den Kakao zu ziehen, die Demokratie blutig umzustülpen in die Herrschaft von Meili.

Höchste Zeit, dem Schweizer Dialekt den Garaus zu machen und in diesem Swissploitation-Film auch die Schweizer Darsteller Englisch radebrechen zu lassen, außer beim Fluchen, Gopfedammisiech.

Höchste Zeit also den Nationalmythos von Heidi, dem Goat Peter und dem Alpöhi trashig zu verhunzen, den Geissenpeter in ein Appenzeller Sennenkostüm plus Pelzmantel zu stecken, ihn mit einem Schwarzen zu besetzen und Heidi in den Frauenknast zu stecken, wo sie den heiligen Männersport des Schwingens auf dem Sägemehlplatz mit muskulösen Frauen üben soll.

Meili (Casper Van Dien) hat sich mit massiver Propaganda an die Spitze der Schweizer Politik gepusht und diese in eine Diktatur umgewandelt, vielleicht nicht ganz wie der Prinz aus Zamunda, aber auch salon- und operettenhaft residiert er und kostümiert sich.

Meili ist ein Industrieller (so wie der Schweizer Rechtsaußen Blocher), der den Schweizer Käse optimiert, maximal viel Lactose und diesen als Ultra-Swiss verkaufen will. Meilis Hofstaat besteht aus Kommandant Knorr (Max Rüdlinger), den er Knorrli nennt, und dem schmierigen Dr. Schwitzgebel (Pascal Ulli).

Dem Frauenknast steht Fräulein Rottweiler (Katja Kolm) vor. Hier landet Heidi, soll im Schwingen trainiert werden und dann wie im alten Rom, zum Nationalfeiertag zum Schwingkampf, den nur eine überlebt, antreten.

Johannes Hartmann und Sandro Klopfstein, die mit Gregory D. Widmer auch das Drehbuch geschrieben haben, können die Schweiz natürlich nicht einem Diktator überlassen. Das Freiheitsgen ist unausrottbar. Es gedeiht auf den Alpen, und selbst wenn Goat Peter (Kel Matsena) einen dieser malerischen Trashtode mit Blutfontänen erleidet, dann gilt es für Heidi (Alice Lucy) und den Alpöhi (David Schofield) erst recht, den Aufstand zu proben. Das geht wie in einem richtigen Actionfilm vonstatten. Das Kämpfen muss geübt werden, Schwertkampf mit Nonnen oder eine ureidgenössische Rotte von Widerständlern mit einfachen Haus-, Stech- und Schlagstöcken ausgerüstet muss sich auf den Weg machen, ausgerechnet am Nationalfeiertag.

Der Film kulminiert im Kampf von Heidi gegen den Neutralizer, zwei Superhelden, wie sie der Film hier nicht neu erfindet, aber allemal prima einsetzt und ausstaffiert. Und auch die Lactose-Zombies fehlen nicht. An diesem Nationalfeiertag heißt es: „Death to the Fatherland“ oder auch „Rest in cheese, bitch“. Und eine Toblerone mit ihren Zacken kann zum Mordinstrument werden.

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