Beyond the Summit (DVD)

Ein Mann allein. Eine Frau allein.
Dahinter der Anapurna.

Packendes Drama, das, wie so gern im spanischen Kino, mit einer Gemäldehaftigkeit zu fesseln vermag, die weit über den Infogehalt hinausgeht.

Der Mann, das ist Mateo (Javier Rey), ein Protagonist mit Rauschebart, wie er im Kino nicht allzu häufig ist, außer bei gewissen Genres, wie Wikinger- oder Bibelfilmen. Mateo ist furchtbar allein. Er hat noch besorgte Eltern. Aber er hört nicht auf sie. Er trainiert auf Meereshöhe in Spanien. Er will den Anapurna bezwingen, allein, ohne Sauerstoff. Er gehört ganz offensichtlich nicht zu jener Sorte hochprofessioneller Bergfexe. Risiko liegt in der Luft.

Ione (Patricia López Arnaiz) ist eine Frau. Allein. Sie ist eine professionelle Achttausender-Bezwingerin. Ungewöhnlich: Sie haust allein in einer lauschigen Hütte am Fuße des Anapurna, will nicht runter ins Tal. Will allein sein.

Die Hütte, diese Kulisse, ist, denkt man, eher für eine Rom-Com geeignet. Tatsächlich findet Ione, beziehungsweise ihr Hund, den Mateo im Schnee liegend. Jetzt sind diese zwei Personen, dieser Mann und diese Frau, allein in der Hütte.

Die Ziele der beiden Personen sind nicht auf romantische Komödie angelegt. Andererseits verbindet sie der Anapurna. Vielleicht ist es auch nur ein filmischer Trick von Ibon Cormenzana, der mit Nerea Castro das Drehbuch nach seiner eigenen Originalgeschichte geschrieben hat. Vielleicht nutzt Cormenzana geschickt die Hüttenromantik, um nachher, wenn sich das Geschehen des Filmes in die abschüssigen, verschneiten und vereisten Wände des Anapurna verlagert, das sich entwickelnde Drama umso heftiger wirken zu lassen. Nicht zu vergessen, zu dieser Jahreszeit ist der Anapurna für Bergsteiger gesperrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.