Lebenslinien: Mein deutsches Familiengeheimnis (BR, Montag, 14. November 2022, 22.00 Uhr)

Professionelle Verarbeitung

Gisela Heidenreich ist selbst nicht unbekannt, Autorin, Therapeutin. Sie ist verheiratet mit dem sehr bekannten Autoren Gert Heidenreich.

Gisela ist die Protagonistin dieser Lebenslinien von Petra Wiegers unter der redaktionellen Betreuung von Christane von Hahn.

Die Geschichte von Zeugung und Geburt von Gisela Heidenreich ist eng mit der Rassenideologie der Nazis verknüpft, die den reinrassigen arischen Menschen heranzüchten wollten: Lebensborn.

Die Mutter von Gisela war eine dieser Frauen in einer Lebensborn-Institution der SS in Norwegen. Ihr Erzeuger ein SS-Offizier. Gisela wurde als kleines Kind an eine Schwester der Mutter in Bayern weitergegeben; samt einer Geburtsurkunde ohne eine Vaternennung.

Lange blieb für Gisela ihre Herkunft im Dunkeln, war nicht der Hinterfragung wert, bis irgendwann ihr vermeintlicher Vater aus dem Krieg zurückkehrte.

Gisela hat ihre Geschichte und diejenige von Lebensborn recherchiert, hat darüber geschrieben, hat eine Ausbildung als Familientherapeutin gemacht. Sie hat ihr Schicksal zusehends professionell verarbeitet. Allerdings wirkt sich das auf diese Lebenslinien eher hinderlich aus, weil überwiegend eine bekannte Sachlage eher dröge referiert wird. Gleichzeitig hat der Film etwas Homestoryhaftes, weil er sich längere Zeit im schönen Haus der Heidenreichs am Ammersee aufhält.

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