Il Buco – Ein Höhlengleichnis

Höhlenfilme haben ihre eigne Faszination wie Das Riesending, Into the Ice (Arktis Gletschermühlen). Wobei Höhle und Licht einen besonderen Reiz entwickelnen, Wände wie Kunstwerke, immer von neuem faszinierende Gesteinsformationen, wenn nicht gar mit Höhlenmalereien wie bei Werner Herzog (Die Höhle der vergessenen Träume).

Michelangelo Frammartino, der mit Giovanna Giuliani auch für das Drehbuch steht, hat seinen ganz eigenen Höhlenfilm gemacht. Er stellt eine Höhlenerkundung im Jahre 1961 in Piemont nach, im kalabrischen Hinterland von Mount Pollino bis hinunter auf -687 Meter.

Gegen die Höhle setzt Frammartino, das was außerhalb ist, mit grandioser Photographie, die Berge, die Alpen, das Dorf aus Steinhäusern, den alten Hirten mit einem Gesicht, als ob er die Steinlandschaft spiegelt.

Der Film fängt mit einem Blick aus der Höhle an, dass man gleich an Platons Höhlengleichnis denken muss, obwohl dann doch blauer Himmel und richtige Kühe am oberen Rand erscheinen. Dann die Alpen, die Bahnstation Villapiana, die Ankunft eines Zuges, eine Gruppe junger Menschen mit Seesäcken als Gepäck. Eine lange Fahrt mit der Gruppe auf der Ladefläche eines LKWs hinauf ins Bergdorf.

Zwischendrin gibt es es, das ist wirklich skurril, historische Fernsehaufnahmen; ein Gespräch in Schwarz-Weiß zwischen einem New-Yorker Fensterputzer an einem Wolkenkratzer und was er daran so liebe und weshalb er singe. Vielleicht geht es in all den Puzzleteilen des Filmes um das Grundthema der Freiheit.

Der Höhlenforscher findet, das ist jetzt Spekulation, Freiheit im Inneren der Höhle, der Bergnomade auf den Höhen der Alpweiden. Auch das Vieh auf den Alpen macht uneingezäunt einen freien Eindruck.

Dann der nächtliche Blick vom Camp über Berggipfel und Wolken, wenn das keinen Eindruck von Freiheit, von Losgelöstheit gibt. Das Camp auf der Hochebene mit den es einrahmenden, bewaldeten Abhängen wirkt wie eine filmische Marslandschaft.
Speleological. Verzeichnis der Höhlengänge anlegen.
Ein epischer Film, ein extensiver Film, etwas für Träumer.
Eine improvisatorisch-episch-extensive Hommage an die Höhlenforscher von anno 1961

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.