Black Panther – Vakanda forever

Afrifolklore meets Hightech

und uns allen weit voraus; das war schon der Product-Value des Vorgängerfilmes Black Panther, der vom selben Team stammt, von Ryan Coogler, der mit Joe Robert Cole auch das Drehbuch geschrieben hat.

Dieser erste Film erdete in der westlichen Welt auf einem Teerplatz, auf welchem Vorstadtkids Basketball spielen. In einem von ihnen meldet sich seine afrikanische Herkunftswelt. Für den Zuschauer entstand der Reiz, sich vorzustellen, wie doch bei uns das afrikanische Potential, was Weisheit und Wissen betrifft, gerne unterschätzt wird.

Diesmal beginnt der Film in Wakanda mit der Beerdigung des Königs. Beerdigung ist nicht das richtige Wort, der Sarg wird nach oben gesaugt. Das Vibranium ist nach wie vor dieses machtvolle Element, über das nur Vakanda verfügt und auch garantiert, dass es nicht in andere Hände gelange. Das beteuert die neue Königin (Angela Bassett) vor den Vereinten Nationen in Genf.

So leicht ist das aber nicht. Es gibt jetzt den Gegenspieler gegen das Königreich Wakanda, Namor (Tenoch Huerta), das ist der mit den neckischen Flügelchen an den Knöchelchen, sein Land ist auch mit Vibranium versehen, zudem gibt es einen Überfall auf das Königreich Wakanda mit dem Ziel, des Vibraniums habhaft zu werden.

Auf Wakanda-Seite ist es vor allem Shuri (Letitia Wright), die als Hauptheldin die Dinge wieder ins Lot bringen soll. Erst spät streckt der Film die Fühler nach Sprößlingen von Wakanda in der westlichen Welt aus, in Cambridge und auf Haiti (oder Puerto Rico), wodurch der spezielle Reiz des ersten Filmes flöten geht.

Für Action ist trotzdem genügend gesorgt, da auch der CIA noch mitmischt. Es gibt einen riesigen Ozeantanker im Atlanktik und eine Unterwasserstadt, es gibt jede Menge Kämpfe auf Land, in der Luft, unter Wasser, es gibt die malerischen Kostüme, die von der afrikanischen Floklore angeregt sind.

Dem Kinoehrgeiz scheinen enge Grenzen gesetzt, wenn man zB sich den neuen Film von Inaritu, Bardo, vergegenwärtig. Die Figuren werden am liebsten aus halbnah und statisch aufgenommen es gibt garantiert keine ausgefeilte Dialogregie, eher knallen die Sätze hart und schmerzhaft blechern aus den Lautsprechern; noch schmerzhafter ist das Sounddesign, erst recht, wenn man grade vorher einen Film über Ennio Morricone gesehen hat, wie sophisticated der mit der Relation von Bild und Ton umgegangen ist.

Hinzu kommt, dass der Film insgesamt eher lichtarm wirkt, das fällt besonders auf, wenn man zwischendrin mal raus muss und sieht, dass draußen ein heller, sonniger Herbsttag ist. Kommt hinzu, dass wegen des Krieges in der Ukraine der Zuschauer möglicherweise nicht im Kino auch noch mit der Kriegsthematik konfrontiert werden will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.