Sportlerinnen

Unter diesem Titel versammelt sich eine Reihe von Kurzfilmen der European Outdoor Film Tour. Der Zusatz im Titel EOFT, nämlich „Terrex EOFT“ deutet wohl auf einen der Hauptsponsoren hin, einen Sportartikelhersteller; tja, was wären all die Extremsportabenteuer ohne taugliches Schuhwerk!

BRIDGE BOYS
Ist ein Kurzfilm über zwei Crackclimbers von Nick Rosen und Peter Mortimer.

“In the midst of the pandemic, Tom Randall and Pete Whittaker embark on one of the most bizarre projects of their careers. Lockdown and travel restrictions force the UK climbers to look for new challenges in their immediate surroundings, and although Tom and Pete have always had a penchant for unusual crack climbing („Wide Boyz“ EOFT 13/14), this route may eclipse all previous efforts.
There are cracks not only in rock, but also in concrete structures; the difference is that they are called expansion joints and can be 800 meters long under a motorway bridge. Maybe this COVID summer will turn out to be better for Tom and Pete than they imagined.“

Zwei Lausbuben, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick trotz Corona. Unerkundete Regionen. Das Sein in den Stand der Absurdität erheben. Die lange Betonbrücke aus den zwei eng nebeneinanderliegenden Fahrspurelementen. Ein Spalt von wenigen Zentimetern. Den wollen die zwei Extremsportler, wie Faultiere nach unten hängend nur mit Händen und Fußspitzen sich einzwängend, überwinden. Auf die Idee gekommen sind sie beim Lockdown. Eingesperrt in den Keller entdeckten sie Risse und Spalten in der Decke. Das hat sie angefixt.

ELEVATED von Palmer Morse verlangt vom Zuschauer, aus seiner eigenen Betrachtungskomfortzone herauszukommen, denn die gehörlose Protagonistin gibt als Talking Head ihre Statements in Gebärdensprache ab, ohne dass sie mit Untertexten oder voice over übersetzt werden. Das führt zur Überlegung, dass Extremsportler, sie ist Free Climberin und wird auch bei einem Sommercamp für gehörlose Free-Climber gezeigt, im Grunde genommen immer die gleichen Statements abgeben. Also könnte man die auch künftig gerne ohne Ton senden, um sich der Gefahren und des Reizes solcher Sportarten bewusst zu werden.

FLOW von Maxime Moulin besschäftigt sich mit einem Profiskifahrer, der damit zurechtkommen muss, dass wegen Lockdowns die Transportmöglichkeiten in den Bergen geschlossen sind.
Da muss der Sportprofi selber aufsteigen. Die rasanten Abfahrten über unberührte Schneehänge und mit Hilfe rasender Drohnen garantieren genauso aufregende Bilder wie im Genre der Profi-Extremskifahrer üblich.

In GIFT OF THE BIKE porträtiert Jeremy Grant einen jungen Mann aus Sambia, der zum Bikerprofi geworden ist. Eine Krankheit seines Vaters wurde zu seinem Glück, weil seinem Vater empfohlen worden war, sich ein Fahrrad anzuschaffen. Wenn der Papa es nicht brauchte, strampelte sich ‚Gift‘ wie er heißt, mit diesem in der großartig steinig-steppigen Landschaft ab und wurde so zu einem Mitglied der verschworenen Bikergemeinschaft und will selbstverständlich andere ermutigen, es ihm gleich zu tun.

In seinem kurzen Film HELIX montiert Ian Rinefort jede Menge waghalsiger Gleitschirmflieger in schnellem Tempo aneinander, die Überschläge machen und manchmal sogar flüchtigen Bodenkontakt suchen.

SKISICK von Nikolai Schirmer erwischt eine Hitzewelle am Nordpol. Ein Profiskifahrer und eine Profiskifahrerin segeln gemütlich in Richtung Nordpol – die Landschaft aus Meer, Eisschollen und teilschneebedeckten Bergen ist umwerfend. Schließlich testen sie Wege. Aber eine Hitzewelle macht das Gelände unsicher, Gletscherspalten, brüchiges Eis. Was solls. Man kann auch auf dem Eis rumrennen und ins Wasser tauchen. Man kann Wale sehen und Eisbären. Und für ein paar gefährliche Abfahrten in engen Canyons reicht es auch noch.

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