Mona Lisa and the Blood Moon

Fescher Film, fesches Kino

Dieser Film von Ana Lily Amirpour würde gut in die Kultschublade passen, welche einsten beim Filmfest München die „American Independents“ repräsentierten.

Fesches Kino, was eine simple, aber irgendwie auch verrückte Geschichte mit irrem Spaß hat an schriller Schilderung wie Kamera, an ungewöhnlichen Perspektiven, Farben, Figurzeichnungen plus dem entsprechenden Sound und dann doch wieder nah an der Verrücktheit des alltäglichen Lebens und des alltäglichen Lebenskampfes entlangschlingert.

Mona Lisa (Jun Jong Seo) wurde wegen Schizophrenie mit zehn Jahren in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik eingeliefert. Sie blieb da 12 Jahre. Wie sie diese Zeit beendet, damit fängt der Film an.

Ausbruch aus einer Hochsicherheitsklinik. Mona Lisa kniet anfangs in der Gummizelle und in Zwangsjacke am Boden. Die Wärterin kommt, will sich um sie kümmern. Aber Mona Lisa reaktiviert wohl oder aktiviert den bösen Blick; unklar, ob sie den schon vorher hatte; sie galt immerhin als gefährlich und gewalttätig.

Mona Lisa kann Menschen, denen sie direkt in die Augen schaut, hypnotisieren. Die führen dann genau das aus, was sie mit ihren Gesten vormacht. Wenn sie also dem ordentlichen, gutmütigen Polizisten Officer Herold (Craig Robinson) gegenübersteht, dann zwingt sie ihn, nach der Pistole zu greifen und sich ins Knie zu schießen. Wodurch er konsequenterweise durch den Rest des Filmes mit Stock und Kniebandage humpelt in der Verfolgung der Übeltäterin in New Orleans. Das ein Detail, ce sont les details qui font le gateau.

Mona Lisa landet bei Bonnie (Katae Hudson) Die ist Tänzerin in einem Striplokal, kämpft ums Überleben für sich und den Buben Charlie (Evan Whitten), vielleicht so alt, wie Mona Lisa, als sie in die Klinik eingeliefert wurde. Hier werden sich zwei Kinderseelen treffen. Weitere Rosine. Wie Mona Lisa Fernsehen schaut, allein ihre kleine Reaktion auf das was geboten wird, denn sie hat die letzten zwölf Jahre so was nicht mehr gesehen.

Ein weiterer Helfer auf der Flucht ist der Drogendealer Fuzz (Ed Skrein) mit dem Hammeroutfit und dem feinen Filmauto, der diesen Titel für sich nicht in Anspruch nimmt, er verkauft ab und an was. Er ist die bunte Männerfigur, bei ihm zuhause fluoresziert es nur so. Er ist einer der guten Menschen, die nicht nur den eigenen Vorteil im Sinn haben. Er könnte eine Lücke füllen, die im Film immer wieder schmerzhaft angesprochen wird: keine Freunde zu haben.

Der Glückskecks, den Officer Herold sich genehmigt, rät ihm „Vergiss, was du weißt“, ein Motto was auch wunderbar über den Film gehängt werden könnte. Entdecke die alte Welt neu, auch die verkommene Welt.

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