Kommentar zu den Reviews vom 29. September 2022

Heute gibt’s Reviews, außer zu einem exzellenten Ami-Horror, ausschließlich zu Filmen aus dem deutschsprachigen Raum, eine aus Österreich, einmal Streamingprodukt und sieben Mal deutsche Subventionskost. In Amerika heißt es: der Shrink, das Lächeln und der Horror. In Deutschland muss lange nicht alles übel sein. Einerseits ein Kriegsepos aus dem Internetstrom. Und andererseits mehrfach die Chance zu schauen und zu vergleichen, was mit unseren Zwangsgebührengeldern angestellt wird. Wenn wir schon bezahlen, so sollten wir uns auch informieren, was mit dem Geld passiert, in was es hineingesteckt wird. Dabei sei es dem Betrachter überlassen, die guten ins Kröpfchen und die anderen ins Töpfchen zu werfen. Wobei heute das Töpfchen deutlich voller wird als das Kröpfchen. Hier landet der Musikkulturwälzer über die türkische Musikkultur, die sich unsichtbar bei und neben uns entwickelt hat und spannend ist ebenso der österreichische, fast möchte man sagen, Medienthriller, der zum Agit-Prop-Film für ökologische Landwirtschaft mit Selbstvermarktung wird. Und eine verständnisvoll-liebevolle Hommage an einen großartigen Schlagerstar. Ins Töpfchen kommen ganz merkwürdige Filmerfindungen. Ein Produkt, bei dem Fernsehredakteure einer verdienten Schauspielerin einen Gefallen tun wollen (was sie aber nicht tun, das Kino ist gnadenlos). Ein Konglomerat aus Selbstäußerungen von Menschen im Reproduktionsmodus. Ein massentaugliches Kunterbunt-Produkt über Pubertierende mit Stofftieren vorm ersten Kuss (filmische Currywurst). Ein Film mit einem voll verknurzten Drehbuch über einen Journalismusskandal. Ein Alltags-Stil-Kunst-Hochgezücht über eine moderne Wohnsituation. Im Töpfchen köchelt die Subventionssuppe vor sich hin und die dürfte bis auf die Currywurst den Kinos wenig Freude bereiten.

SMILE – SIEHST DU ES AUCH?
Ein Lächeln, vor dem es gilt, sich in Acht zu nehmen.

IM WESTEN NICHTS NEUES
Ja, Krieg ist immer gleich zerstörerisch.

LIEBE, D-MARK UND TOD – ASK, MARK VE ÖLÜM
Eine Pop-Kultur mitten unter uns, die wir nicht wahrgenommen haben.

DER BAUER UND DER BOBO
Wenn der Bauer den Bobo eines Besseren belehrt.

REX GILDO – DER LETZTE TANZ
Liebevolle Lebens-Review-Collage

DA KOMMT NOCH WAS
Fernsehredaktion meint, dass eine bestimmte Schauspielerin jetzt auch mal eine Kino-Hauptrolle bekommen dürfe.

MUTTER
Mutter-Laber-Destillat

DIE SCHULE DER MAGISCHEN TIERE 2
Was dem Kinoaficionado nicht schmeckt, beglückt die Massen.

TAUSEND ZEILEN
Lottrige Drehbucharbeit, die beweist, dass Schummeltexte deutlich spannender sein können.

WIR KÖNNTEN GENAU SO GUT TOT SEIN
Das ist wohl die Definition für das Leben in einer gated Community.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.