Alles finster – Folge 1 (BR, Dienstag, 13. September 2022, 20.15 Uhr)

Harte Frauen, dumpfe Männer und viele Aufgeregtheiten

Eine Serie gehorcht dem Gesetz der Gewonheit, wenn man nur immer wieder neue Folgen sendet, wird sich das Publikum daran gewöhnen. Insofern ist eine Vorstellung der einzelnen Figuren nicht nötig, scheinen sich die Macher dieser Serie über ein 50-Seelen-Dorf einer bayerisch-österreichischen Gemengelage gesagt zu haben, es sind dies Michael Riebl als Regisseur, Selina Gina Kolland als Autorin, Claudia Kolland als Dramaturgin und von Seiten des BR Bettina Ricklefs als Redakteurin, von Seiten des ORF Katharina Schenk und Kerstin Bertsch.

Ein Fußballspiel soll stattfinden. Ein Mitspieler, ein Bauer, reist kurzfristig mit einer zickigen Ehefrau in Urlaub. Es fehlt ein Mann. Einer springt ein, seine Freundin bleibt im Auto zurück. Es ist Nacht. Es gibt einen Stromausfall. Der wird repariert. Dann noch einen. Das Spiel kann nicht fortgesetzt werden.

Es gibt einen Blackout weit über die Region hinaus, in Bayern mit seiner Energiepolitik gar nicht so absurd; ein Warnsignal an die Staatsregierung.

Es dominieren auf der Besetzungliste harte Frauen und dumpfe Männer; ständig sind sie in aufgeregten Auseinandersetzungen. Was die Serie erzählen will ist noch nicht mal in Umrissen ablesbar. Es folgt die Schlusspointe vom Truthahn, dem von Thanksgiving, der ein glückliches Leben lang gemästet wird, um dann geschlachtet zu werden. Frage: wer ist dieser Truthahn? Der sind wir alle. Für solche platten Erkenntnisse brauchen wir natürlich keine BR/ORF-Fernsehserie.

Die Figuren wirken alle, wie der Lostrommel entnommen, die Paare so, als würden sie sich das erste Mal sehen, als hätten sie keine Geschichte. Außer, dass es oft laut ist, werden Charaktere nicht in Umrissen erkennbar. Die Jugend jedenfalls will noch die Welt verändern und Zigaretten rauchen ist schädlich. Das ist öffentlich-rechtlich und das ist wohl gut so.

Es ist nun aber nicht so, dass wie die Figuren vom Drehbuch her vorgestellt werden, und was zu spielen sie sich redlich professionell bemühen, auch nur eine dieser Figuren irgend ein besonderes Interesse hervorrufen würde. Vielmehr scheint es so, als sollte dieses Personal dem Zuschauer eingehämmert werden, so dass er sich daran gewöhnt, was, siehe weiter oben, mit dem Gesetz der Serie zusammenhängen dürfte.

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